Sweipolt Fiol und seine kyrillische Buchdrückerei in Krakau.
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keit und Consequenz bezüglich der grammatikalischen Regeln
zu linden ist, als in den zerstreuten Manuscripten, die von
verschiedenen Individuen herrühren, ferner auch dadurch, dass
uns die Ausgaben derselben Werke, die gleichzeitig bei den
Nordslaven (in Krakau) und bei den Südslaven (in Cetinje)
im Drucke erschienen sind, 1 ein reichliches Material zur parallelen
Entgegenstellung in solchem Maasse liefern, dass bei
fleissiger Excerpirung eine durchaus genügende vergleichende
Laut-, Formen- und Wortbildungslehre zu Tage gefördert werden
kann.
Man kann wirklich in diesen Büchern die bereits formulirte
Grammatik des Kirchenslavischen finden oder eigentlich
dieselbe als den Ausgangspunkt der sogenannten kirchenslavischen
Sprache betrachten. Wenn die altslavischen Manuscripte
vom XI. bis XIV. Jahrhunderte das erste Glied der
slavischen Sprachforschung bilden, so können die ersten kyrillischen
Druckwerke das mittlere Glied genannt werden, ohne
welches die Lösung des Problems über die kirchenslavische
Sprache auf keinen Fall erzielt werden kann.
Was den von Seiten der Viol’schen Buchdruckerei beigesetzten
Epilog anbelangt, so spiegelt sich in demselben die
zu der Zeit in Polen und Litthauen übliche Büchersprache der
gleichzeitigen Urkunden und Documente ab; es ist eine mit
Zugrundelegung der localen russischen Volkssprache ausgebildete
conventionelle Sprache, welche mit einigen Polonismen
untermischt war und lange Zeit irrthümlich die weissrussische
oder polnischrussische genannt wurde. Wenn hie und da
kirchenslavische Sprachformen Vorkommen, so wurden sie dem
damaligen Geschmacke zufolge als Floskeln eines erhabenen
Stiles betrachtet.
Behufs einer Zusammenstellung des Sprachmaterials führen
wir als Probe einige Auszüge aus dem Krakauer Osmoglasnik
vom Jahre 1491, und daneben entsprechende Excerpte aus der
Cetinjer Ausgabe 1493—1494, und aus dem Brasever oder
Kronstadter Evangelium des Hans Biegner vom Ende des
XV. oder vom Anfänge des XVI. Jahrhunderts an.
1 Der Oktoich, Öasoslov und wahrscheinlich auch der Psalter erschienen
im Jahre 1491 bei Viol in Krakau, und eben diese Werke
wurden 1493—1495 in Cetinje und Venedig gedruckt.