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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Golo  watzkij.

Ndttth.  was  dem  Einflüsse  cler  vom  Metropoliten
Kyprian  ins  Land  gebracliten  serbisch-slavischen  Manuseripte
zugeschrieben  wird.
Der  schwache  Vocal  '/>  wird  häuflg  im  Inlaute  statt  des
russischen  E  und  0  gebraucht:  KpKCTOMh)  CÄMp'ÄTH,  B'ACA'lh-Cliaa.
  l IÄCT7»NOMO\|*5  dann  und  wann  steht  il  anstatt  A!
pd3  A'td'fe  A!  manchmal  /’S?  A  statt  8;  Oy  oder  la!  lipErt/LR-ApOCTH,
  C/RBOTOy;  £ r V,HN0C0^l|JtN^A,  *3  MIR..  doch  in  der
Kegel  nach  russischer  Art  °v  und  A  (ld).
Was  die  Sprache  der  in  Frage  gestellten  Bücher  anlangt, ­
  ist  sie  in  lexikalisch-grammatischer  Hinsicht  die  kirchenslavische;
  es  ist  der  Text  derselben  altslavischen  Übersetzung
aus  dem  griechischen  Originale  des  h.  Damascenus,  welche
zur  Zeit  der  Bekehrung  der  Slaven  durch  Kyrill  und  Method
oder  ihre  Jünger  veranstaltet  worden  ist.  In  der  Folge  wurden
für  den  täglichen  Kirchengebrauch  zahlreiche  Abschriften  gemacht, ­
  '  die  sich  zufolge  der  weiteren  Ausbreitung  des  Christenthums ­
  durch  nationale  Abschreiber  verschiedener  slavischer
Länder  bis  ins  Unzählige  vermehrt  hatten.  Wesentliche  Abweichungen ­
  bezüglich  der  Laut-  und  Formenlehre  verursachten
die  Entstehung  der  drei  Sprachfamilien,  der  russischen,  bulgarischen ­
  und  serbischen,  welche  sich  durch  gewisse  mehr  oder
weniger  consequent  durchgeführte  Laut-  und  Formenmodiflcationon
  unterscheiden.  Aus  der  Vermischung  der  bulgarischen
und  südrussischen  Handschriften  entstand  die  bulgarisch-russische ­
  Varietät,  welche  in  vielen  in  der  Moldau,  Bukowina  und
Galizien  geschriebenen  liturgischen  Kirchenbüchern  den  Ausdruck ­
  fand  und  zum  Thcile  auch  in  den  Druckausgaben  von
Dolhopole,  Stratyn,  Lemberg  u.  s.  w.  wiedergegeben  wurde.
Nach  und  nach  verlieren  sich  die  meisten  Bulgarismen,  und
die  slavischo  Sprache,  nach  den  Regeln  des  Melctius  Smotriskij
zugerichtet,  gewinnt  die  volle  Herrschaft  in  der  griechischslavischen
  Kirche.  Es  wird  die  Aufgabe  der  slavischen  Linguistik ­
  sein,  den  Entwicklungsgang  dieses  ganzen  Sprachprocesses
  zu  erklären.  Das  beste  Substrat  zu  dieser  Arbeit
können  die  Erstlinge  der  kirehenslavischen  Buchdruckereien
liefern,  und  zwar  zuförderst  dadurch,  dass  in  diesen  von  denselben ­
  Personen  veranstalteten  Druckbüchern  mehr  Einförmig-
            
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