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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Sweipolt  Fiol  und  seine  kyrillische  Buclulruckerei  in  Krakau.

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der  Kirche  des  h.  Simeon.  Der  Casoslov  in  dem  Kijevo-Peüerskischen
  Kloster,  in  der  Lubliner  Kirche,  im  Hause
(li'K  ^KOjrk)  neben  der  h.  Kreuz-Kirche  in  der  Licakover  oder
Halicer  Vorstadt  (in  Lemberg'?),  in  Brest’  Litowskij.  Auf  diese
Art  waren  die  meisten  Exemplare  in  Podlachien  und  den  umliegenden ­
  Provinzen  verbreitet,  wohin  Viol  Zeit  gewonnen
hatte,  Exemplare  zu  schicken,  bevor  die  Auflage  von  dem
bischöflichen  Gerichte  sammt  allen  Druckvorrichtungen  in
Beschlag  genommen  und  dem  inquisitorischen  Autodafe  preisgegeben ­
  wurde,  aus  welchem  Viol  selbst  nur  durch  die
Bürgschaft  seiner  Mitbürger  und  seinen  Eidschwur  sich  gerettet ­
  hatte.  Augenscheinlich  äusserte  sich  die  orthodoxe
Geistlichkeit  mit  vieler  Gewogenheit  gegenüber  den  Violischen
Buchdruckererzeugnissen,  und  das  Volk  nahm  seine  Bücher
mit  sichtbarem  Wohlwollen  auf,  da  nach  Verlauf  eines
Jahrhunderts  diese  Exemplare  in  allen  Kirchen  unangetastet
geblieben  sind  und  der  orthodoxe  Archimandrit  derselben
mit  Achtung  erwähnt.  Aus  derselben  Quelle  gelangten  auch
einige  Exemplare  der  Violischen  Ausgaben  nach  dem  fernen
Russland.  Ein  solches  Exemplar  des  Krakauer  Casoslov  vom
Jahre  1491  befand  sich  in  den  Händen  des  Patriarchen  Nikon
und  wurde  von  ihm  mit  seiner  Namensfertigung  im  Jahre  1658
der  Bibliothek  des  Neu-Jerusalim’schen  Voskresenskischen
Klosters  zugewendet. 1  Der  Nizegoroder  Erzbischof  Pitirim  erwähnt ­
  in  seinem  Buche  Prascica  protivo  voprosov  raskolniceskich
  (St.  Petersb.  1721,  vopr.  140)  einer  Psaltyr’
sljedovannaja  vom  Jahre  1491.  Wahrscheinlich  ist  hier
der  Krakauer  Casoslov  gemeint,  oder  aber  es  wurde  bei
Viol  damals  auch  ein  Psalter  gedruckt,  wie  manche  Bibliographen ­
  auch  wirklich  behaupten,  wiewohl  bisher  Niemand  ein
Exemplar  dieses  Buches  zu  Gesichte  bekam.  Es  ist  allerdings ­
  möglich,  dass  die  ganze  Auflage  dieses  Werkes  von  der
Krakauer  h.  Inquisition  vernichtet  ward.  —  So  viel  wissen  wir  von
dem  Bestehen  der  Viol’schen  Krakauer  Ausgaben  in  russischen
Landen  noch  im  XVII.  und  XVIII.  Jahrhunderte.  Anderwärts
kamen  bis  jetzt  von  Viol’s  Druckbüchern  die  wenigsten  zum
Vorschein:  z.  B.  in  der  bischöflichen  Klosterbibliothek  in
1  K.  Kalajdovic.  Vjestnik  Jevropy.  1819.  CVTI.  Th.  Nr.  18.
            
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