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Gol o watzki j.
behörden vernichtet wurde, da unter den gleichzeitigen und
späteren kyrillischen Druckwerken ähnliche Lettern weder
zu Ende des XV. noch zu Anfang des XVI. Jahrhunderts
zum Vorscheine kommen. Die meiste Ähnlichkeit, was die
äussere Form anlangt, haben die Lettern der aus dem
XVI. Saeculo herrührenden, in Kronstadt oder Ugrovlachien
gedruckten Bücher. Ob diess dem Umstande zuzuschreiben
ist, dass dieselben Handschriften bulgarisch-russischer Familien
beiden Druckereien zum Vorbilde dienten, oder ob irgend
welche Wechselbeziehung unter den Buchdruckern, vielleicht den
Jüngern des geächteten Viol, wirklich stattfand, diess mögen
spätere Nachforschungen endgiltig entscheiden.
Wiewohl Swcipold Viol der Nationalität nach ein Deutscher
war und eigentlich aus Franken stammte, so ist es möglich, dass
er, wie Grabowski und Wiszniewski nachzuweisen suchen, in
Lublin geboren oder ansässig war. Hier, in diesem Grenzlande
von Kleinpolen und Wolhynien, konnte er schon frühzeitig
die slavische Schrift und Sprache erlernt haben, da die
Umgegend seit jeher von Kleinrussen bewohnt war und selbst
in Lublin noch 1600 ein orthodoxes Kloster, zwei griechischrussische
Kirchen und eine Kirchenbruderschaft bestanden
und die russische Schrift und Sprache in der Administration
der russisch-polnischen Provinzen gang und gebe war.
Dass Lublin wirklich der Geburtsort des Viol sein konnte
und dass er in dieser Gegend viele Bekannte oder Genossen
hatte, bestätigt auch die Verbreitung seiner frühzeitig unterdrückten
Ausgaben namentlich in Podlachien, Wolhynien
und Rothrussland (Galizien). Der oftgedachte Archimandrit
Zacharias Kopestenskij erwähnt in seinem Werke Palinodija
(III. Th. I. Cap. 2. Art.) mehrere Orte, an welchen ums Jahr
1600 (also ungefähr nach einem Jahrhunderte) viele Exemplare
der Viol’schen Druckwerke vorfindig waren. ,Die Triod’ (sagt
er) befand sich in vielen Kirchen und Klöstern des Lemberger
Gebietes, im Dorohobuzischen Kloster, in Horodok, einem Gute
des Pecerskischen Klosters, in Wolhynien und Podlachien, in
dem Bielsker Bezirke in Botki bei der Maria - Himmelfahrtskirche
auf dem Gute des Bogdan Sapieha, Wojwoden von Minsk,
und an anderen Orten. Der Oktoich befand sich dazumal in
Smiedyn bei Turijsk in Wolhynien, in Kamenec Litowskij bei