Sweipolt Fiol und seine kyrillische Buchdrucker ei iu Kr.akau.
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Jemand Rache nehmen, ja vielmehr jeden Lästerer gegen
den katholischen Glauben aus vollem Eifer den Canonicis und
Prälaten denunciren werde. Diese Punkte bekräftigte Viol,
unter einer Strafe von Tausend Gulden, mit seiner eigenen
Unterschrift, worauf er von den strengen Richtern freigesprochen
wurde.
Wenn man auch annimmt, dass Sweipolt Viol vor Jemand
im liberalen Sinne sieh ausgesprochen habe, so war doch gewiss
auch die Drucklegung der slavischen Bücher, wodurch er der
griechischen Kirche, die in den Augen der heiligen Inquisition
für eine Secte gehalten wurde, Vorschub leistete, die
nächste Veranlassung und die Hauptursache seiner Arretirung
und Stellung vor das geistliche Gericht. Unter solchen Auspicien
wurde ohne Zweifel auch die Viol’sche Buchdruckerei von
der Krakauer heiligen Inquisition confiseirt und die vorräthige
Auflage der Bücher vernichtet. Viol, um sein Hab
und Gut gebracht, war bemüssigt, die polnische Hauptstadt zu
verlassen und sich hinter die Karpathen, nach Leutschau
(Levoca) in der Zips, zurückzuziehen, wo er in der ungarischen
Bergstadt unter den Deutschen mehr Sympathie und Gewogenheit
gefunden hatte als unter den Polen. Jedoch hatte er
weder den Muth noch die Mittel das Buchdruckergeschäft weiter
zu betreiben. Laut einem am 5. December 1511 durch Vermittlung
des Krakauer Stadtrathes Johann Kirling abgeschlossenen
Vertrage wird er, Schweypoldt Feyl, Bürger
aus der Lewtza genannt. In demselben Jahre besuchte er noch
in seinen Vermögensangelegenlieiten die Stadt Krakau, und der
Leutschauer Magistrat nennt ihn in seinem Geleitschein ,den
ehrsamen, weisen Schweypoldt Fcyel, unseren Mitbürger'.
Seit dieser Zeit findet man von Viol keine Erwähnung
mehr, nur in den Acten des Krakauer Magistrates finden
sich unzweifelhafte Beweise, dass Sweipolt Viol im Jahre 1525
in Leutschau starb. 1
Das sind die sämmtlichen Nachrichten, welche wir von
dem ersten kirehenslavischen Buchdrucker und seinen Schicksalen
mit Mühe zusammenbringen konnten.
1 Mich. Wiszniewski, Hist, liter. polsk. III. S. 83.