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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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G  o  1  o  w  a  t  z  k  i  j.

Urkunden  in  russischer  Sprache.  1  Stau.  Sarnicki  bemerkt,  dass
erst  unter  den  Söhnen  des  Königs  Kasimir,  welche  in  Polen
erzogen  waren,  die  polnische  Sprache  statt  der  russischen  Hofsprache ­
  wurde. 2  In  ganz  Litthauen  war  die  russische  Gerichtsund ­
  Amtssprache  und  die  russische  Schrift  durch  Gesetze  und
Tractate  garantirt. 3  In  der  Handbibliothek  des  Sigismund  des  I.
(Alten)  zu  Wilna  befanden  sich  ums  Jahr  1510  ein  Trefologion
auf  Pergament  und  andere  slavische  Bücher. 4
In  neuerer  Zeit  machte  Georg  Sam.  Bandtke  in  seiner
in  Krakau  1812  gedruckten  Abhandlung  ,De  primis  Cracoviae
in  arte  typographiea  incunabulis  dissertathd  eine  Erwähnung,
er  habe  in  der  Rediger’schen  Bibliothek  in  Breslau  einen
Oktoich  (Osmoglasnik)  gesehen,  der  im  Jahre  1491  zu  Krakau
bei  Sweipolt  (Swietopelk)  Fieol  gedruckt  worden  sei.  Der
Aussage  Bandtke’s  nach  ist  das  Buch  vierundachtzig  Blätter
stark  und  enthält  auf  seinem  ersten  Blatte  einen  Holzschnitt,
die  Kreuzigung  Christi  darstellend;  auf  seinem  zweiten  Blatte
beginnt  der  Text:  Gä  KI'OMb  nO'llWc  WCMOI'AflNHKb,
TKOpEHIE  npuGNAI'O  OiiA  HUJEIO  IwdHd  ^ArtMCKklNd,
d.  i.:  Mit  Gott  beginnen  wir  den  Oktoich,  ein  Werk  unseres
seligen  Vaters,  des  Joannes  Damascenus  u.  s.  w.  Ungefähr
dasselbe  wiederholte  Bandtke  in  seiner  Geschichte  der  Krakauer
Buchdruckereien  (Historya  drukarn  Ivrakowskich)  1815.  Felix
Bentkowski  (O  najdawniejszych  ksiazkach  drukowanych  w
Polszcze.  Warsz.  1812),  Joacli.  Lelewel  (Bibliograficznych
ksiag  dwoje.  Wilno.  1821,  I.  Bd.)  u.  A.  wiederholen  bloss  die
Nachricht  Bandtke’s,  ohne  irgend  einen  Umstand  hinzuzufügen. ­
  Dasselbe  fand  auch  bei  den  russischen  Schriftstellern
statt.  K.  Th.  Kalajdovic  im  Vjestnik  Jevropy  1819  CVI
u.  CVI1;  V.  S.  Sopikov,  Opyt  rossijskoj  bibliogralii,  St.  Pet.
1821,  V.  Bd.;  P.  J.  Koppen,  Bibliografißeskije  listy,  St.  Pet.
1825;  Mitropolit  Eugenij,  Slovar’  istoriceskij  o  pisateljach
duchovnago  cina.  2.  Aufl.  St.  Pet.  1827,  I.  Bd.;  P.  M.  Strojev,
1  J.  S.  Bandtkie,  Histor.  drukarn  Krakowskich.  Krak.  1815.  —  Krölewska
kaneellarya  wiecej  niekiedy  miala  do  expedyowania  aktow  ruskich,  anizeli
  lacinskich  lub  polskicli.  Dzien.  Warsz.  T.  VI.  S.  221.
2  Stan.  Sarnicki,  Annales,  vom  J.  1492.
3  Volumina  legum  II.  752—759.
4  J.  Lelewel,  Bibliograficznych  ksiag  dwoje.  Wilno,  1821—1823.  II.  97.
            
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