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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Posßess.  Adjeutiva  auf  -uj  und  -owu,  und  die  puBßeßß.  Pronomina  moj,  tvoj,  avoj.  4:15

sondern  eine  andere  Umwandlung  vor  sich  geht,  wie  aus  c)
und  d)  zu  ersehen  ist.  Ausserdem  lässt  das  Skrt.  über  die  Entstehungsweise ­
  des  dat.  u  keinen  Zweifel  aufkommen,  indem  es
dieselben  Endungen  im  local-dativ  bietet,  wie  das  Slavische;
der  Rgveda  liefert  nämlich  merkwürdiger  Weise  die  Endung
u  im  local:  mädhu,  sänu,  arend,  väsu,  cäru,  die  natürlich  nur
durch  Einbusse  des  i  entstanden  sein  kann,  da  das  gunirte
avi,  wenn  es  um  sein  i  kommt,  nicht  wieder  als  u,  sondern
als  6,  vrddhirt  du  erscheint.  Es  verhält  sich  daher  *  ui  (zend.
vi):  u  avi:  6  (Ludwig  1.  c.)  ;  und  wenn  man  nun  des  nahen
formellen  und  syntaktischen  Zusammenhanges  wegen  die  beiden
Casus  von  einander  nicht  trennt,  so  erhält  man  folgende  Proportion, ­
  worin  immer  das  zweite  Glied  die  slavische  Endung
des  Dativs  bezeichnet:
u  (ü  —  loc.):  u  avi  (loc.):  *  ovb  (polab.  r LVb)  -  6  (loc):
ou  äu  (loc.):  ovl  ave  (dat.):  ovi  [  e  (loc.):  oj  (ej)].
Uebrigens  —  und  das  scheint  uns  das  wichtigste  Beweismoment ­
  für  das  Slav.  zu  sein  —  wenn  der  dat.  auf  u  auf  einem
Umwege  mittelst  der  zweiten,  wirklich  gebrauchten  Endung
ovi  entstanden  wäre,  so  müsste  notwendig  nicht  nur  bei
den  n  eutralen'o  -  Stämmen,  sondern  auch  bei  den  Adjectiven,
  welche  zu  den  a-Stämmen  gehören,  die  ursprüngliche ­
  Form  auf  ovi  gebräuchlich  sein;  da  es  aber
nicht  der  Fall  ist,  so  hat  sich  offenbar  die  Gunirung  des  u  in
ov  (ou)  bei  ihnen  nie  entwickelt,  was  insofern  zum  Skrt.  vollkommen ­
  stimmt,  als  es  bei  den  neutralen  u-Stämmen  ebenfalls
nie  gunirt.
§.  5.  Aus  dem  Gesagten  ersieht  man  daher,  dass  nur  die
t>  (a,  wJ-Stämme  ihr  u  im  dat.  sing,  in  ov  guniren  können,  was
im  Litauischen,  das  zur  Scheidung  des  loc.  und  dat.  einen  ganz
anderen  Weg  als  das  Slavische  (§.  4)  eingeschlagen  hatte,  als
überflüssig  ausser  Gebrauch  kam,  und  nur  vereinzelt  als  Rest
sich  erhielt;  wie  im  altpr.  au  (§.  4).
Und  da  nun  wirklich  die  poss.  Adj.,  welche  neben  -uj
zugleich  -ov't  theils  wirklich  hatten  oder  wenigstens  haben
konnten,  theils  noch  jetzt  haben  (cf.  böhm.  dial.),  nichts  anderes ­
  sind,  als  ein  dat.  sing,  auf  -u,  das  zur  Vermeidung  des
Hiatus,  welcher  durch  Hinzufügung  adjectivischer  Endungen  zu
            
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