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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Posbgbs.  Adjeciiva  auf  -vj  und  -out.,  und  die  possese.  Pronomina  moj,  tvoj,  avoj.  413

/-Stämme  sich  im  loc.  nach  den  »(-Stämmen  richten.  Das  Lit.
bildet  bei  diesen  den  loc.  durch  je  (sunu-je),  wo  e  allerdings
nur  ein  Nachschlag'  ist,  aber  kein  unorganischer,  wie  Bopp
meint,  sondern  ein  Scheidungselement  wie  Skrt.  und  Zend.  a
statt  am,  um  den  loc.  sunu-j-e,  statt  sunu-i,  vom  dat.  sunu-i  zu
unterscheiden;  ebenso  ranko-j-e  gegen  ranka-i  u.  a.
Im  dat.  sind  im  Slavo-lettischen  die  «.-Stämme  vorherrschend, ­
  daher  sunu-i,  synu-i;  wie  aber  die  w-Stämme  im  loc.
häufig  den  a-Stämmen  folgen,  so  richten  sich  wieder  die  a-Stämme
im  dat.  nach  Analogie  der  «.-Stämme,  daher  vilku-i,  vl'tku-i,
slovu-i  statt  vilka-i,  vtaka-i,  slova-i,  um  eine  Scheidung  des
dat.  vom  loc.  zu  erzielen.  Nur  das  russ.,  ober-  und  niederserbische ­
  doloj  und  domoj  scheint  mir  den  a-Stamm  behalten,
resp.  erhalten  zu  haben  (wie  altpr.  wirdai,  verbo),  indem  a
regelmässig  in  o  iibergieng:  *  dola-i,  *  doma-i  wurde  zu  doloj,
domoj.  Auf  gleiche  Weise  sind,  glaube  ich,  die  ober-serb.  dat.
auf  -ej  entstanden,  indem  eine  Schwächung  des  o  in  e  eintrat.
Während  aber  im  Litauischen  das  Suffix  -i  sich  erhalten
hat,  trat  im  Slav.  eine  Aenderung  ein,  und  zwar:
a)  das  Suffix  -i  streifte  sich  entweder  ab  gerade  so  wie
bei  den  u-Stämmen  im  locativ;  daher:  synu,  vliku,  slovu;
damit  ist  zu  vergleichen  der  vedische  loc.  tanti,  camfi;
b)  oder  indem  es  bei  den  %  (a,  u)-Stämmen  verblieb,  verursachte ­
  es  im  vorhergehenden  u  eine  Gunirung  in  ov,  wie
im  Skrt  av:  ovi  =  (avai)  ave;  daher  synovi,  vkrkovi;  Skrt.
srrnave;
c)  in  sehr  seltenen  Fällen  schwächte  es  sich  bei  denselben
t>  (a,  u)-Stämmen  nach  der  Gunirung  in  t  ab,  in  Folge  dessen
ovb  gemäss  dem  Charakter  des  Slavischen  in  ovi  verlängert
wurde;  hieher  gehören  bloss  die  beiden  fast  adverbiell  gebrauchten ­
  Dative  der  Richtung:  domövi>,  neben  domovi,  und
dolövt,  böhm.  domöv",  dolö^,  domuov,  doluov,  domuv,  dolüv,
domü,  dolu,  —  das  über  die  Länge  des  -övt  keinen  Zweifel
auf  kommen  lässt.
d)  Auf  Grund  eines  avi,  das  im  vedischen  sowol  in  dieser
gunirten  als  auch  in  seiner  einfachen  Form,  jedoch  mit  Abfall
des  i,  als  u  nicht  selten  den  Locativ  bildet  (cf.  sünävi,  visnavi;
  mädhu,  sänu,  cäru  u.  dgl.  Ludwig  Inf.  im  Veda  §.  10),
entstand  im  Slavischen  ovi,  ovt,  das
            
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