Posbgbs. Adjeciiva auf -vj und -out., und die possese. Pronomina moj, tvoj, avoj. 413
/-Stämme sich im loc. nach den »(-Stämmen richten. Das Lit.
bildet bei diesen den loc. durch je (sunu-je), wo e allerdings
nur ein Nachschlag' ist, aber kein unorganischer, wie Bopp
meint, sondern ein Scheidungselement wie Skrt. und Zend. a
statt am, um den loc. sunu-j-e, statt sunu-i, vom dat. sunu-i zu
unterscheiden; ebenso ranko-j-e gegen ranka-i u. a.
Im dat. sind im Slavo-lettischen die «.-Stämme vorherrschend,
daher sunu-i, synu-i; wie aber die w-Stämme im loc.
häufig den a-Stämmen folgen, so richten sich wieder die a-Stämme
im dat. nach Analogie der «.-Stämme, daher vilku-i, vl'tku-i,
slovu-i statt vilka-i, vtaka-i, slova-i, um eine Scheidung des
dat. vom loc. zu erzielen. Nur das russ., ober- und niederserbische
doloj und domoj scheint mir den a-Stamm behalten,
resp. erhalten zu haben (wie altpr. wirdai, verbo), indem a
regelmässig in o iibergieng: * dola-i, * doma-i wurde zu doloj,
domoj. Auf gleiche Weise sind, glaube ich, die ober-serb. dat.
auf -ej entstanden, indem eine Schwächung des o in e eintrat.
Während aber im Litauischen das Suffix -i sich erhalten
hat, trat im Slav. eine Aenderung ein, und zwar:
a) das Suffix -i streifte sich entweder ab gerade so wie
bei den u-Stämmen im locativ; daher: synu, vliku, slovu;
damit ist zu vergleichen der vedische loc. tanti, camfi;
b) oder indem es bei den % (a, u)-Stämmen verblieb, verursachte
es im vorhergehenden u eine Gunirung in ov, wie
im Skrt av: ovi = (avai) ave; daher synovi, vkrkovi; Skrt.
srrnave;
c) in sehr seltenen Fällen schwächte es sich bei denselben
t> (a, u)-Stämmen nach der Gunirung in t ab, in Folge dessen
ovb gemäss dem Charakter des Slavischen in ovi verlängert
wurde; hieher gehören bloss die beiden fast adverbiell gebrauchten
Dative der Richtung: domövi>, neben domovi, und
dolövt, böhm. domöv", dolö^, domuov, doluov, domuv, dolüv,
domü, dolu, — das über die Länge des -övt keinen Zweifel
auf kommen lässt.
d) Auf Grund eines avi, das im vedischen sowol in dieser
gunirten als auch in seiner einfachen Form, jedoch mit Abfall
des i, als u nicht selten den Locativ bildet (cf. sünävi, visnavi;
mädhu, sänu, cäru u. dgl. Ludwig Inf. im Veda §. 10),
entstand im Slavischen ovi, ovt, das