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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Prusik.

vedische  Local  d  1  lautete  nämlich  vollständig  di  (vgl.  Ludwig ­
  Inf.  im  Veda  §.  12  ff.  39),  was  recht  gut  zum  zend.  locat.
aja  passt,  das  aber  schon  um  die  Scheidungssilbe  am  vermehrt
ist  (wobei  jedoch  m  wegfiel)  und  also  mit  dem  Skrt.  dativ  di
in  tasm-äi,  später  äj-a  (statt  äj-am)  vollkommen  übereinstimmt.
Der  Unterschied  hat  sich  endlich  auf  skrt.  di,  ai  —  e  für  den
Loc.  (zend.  di  für  den  Dativ)  und  auf  skrt.  cija  für  den  Dat.
(zend.  aja  für  den  Locativ)  festgestellt.
Das  Slav.  und  Lit.  haben  noch  in  der  slavo-lettischen  Periode ­
  einen  anderen  Weg  eingeschlagen,  um  die  Scheidung  des
dat.  vom  loc.  sing,  durchzuführen.  Durchgreifend  wurde  sie
jedoch  nicht  durchgeführt,  sondern  bloss  in  den  a-Stämmen
und  meistens  auch  in  den  t«-Stämmen,  selten  in  einigen  sogenannten ­
  consonantischen,  wie  dbni  und  dtne,  kameni  und  kamene
  u.  ähnl.,  wo  jedoch  auch  im  loc.  dtni,  kameni  als  blosser
Stamm  (Ludwig  Inf.  §.  9)  vorkommt.  Beim  Streben  nach  der
Scheidung  der  beiden  Casus  nahmen  im  dat.  die  w-Stämine,  im
loc.  aber  die  a-Stämme  ein  Uebergewicht.  Bei  diesen  geht  also
im  loc.  die  Endung  i  mit  dem  Stammvocal  a  im  Lit.  in  e  und
im  Slav.  in  e  regelmässig  über,  also  aus  vilka-i,  vkbka-i,  slova-i
  wird  vilke,  vl%ce  (statt  vlike),  slove,  welches  dem  skrt.
vrke  aus  vrkai  und  dem  zend.  vehrke  aus  vehrkai  vollkommen
gleichkommt.  Bei  den  »«-Stämmen  hat  sich  im  Slav.  die  Locativendung
  i  abgestreift,  aus  synu-i  entstand  daher  synu,  was
aber  mit  syne  wechselt,  d.  h.  die  ««-Stämme  überspringen  häufig
in  die  a-Stämme;  etwas  ähnliches  bietet  das  Skrt.,  wo  die
1  DieseLocativendung  ist  um  so  bemerkenswerther,  als  sie  zweislav.Formen  zu
Grunde  liegt,  mit  denen  man  sich  gewöhnlich  keinen  Rath  weiss,  nämlich:
doma  und  Vbcera.  Genitive  können  es  syntaktisch  auf  keinen  Fall  sein,  jenes
müsste  ja  auch  domuheissen.  Der  syntaktische  Gebrauch  erheischt  bloss  einen
Locativ,  und  sie  sind  es  auch  in  der  That,  nur  dass  sich  donvE  (vgl.  weiter
unten)  nach  der  Analogie  der  a-Stämme  richtete.  Bei  diesen  war,  wie  gesagt,
die  Locativendung  ursprünglich  äi,  das  durch  Einbusse  des  i  zu  ä  wurde.
Es  verhält  sich  nun  dieses  &  zum  Skrt.  loc.  e  (ai)  =  w  (dat.):  oi  (loc.)  =  ö
(lat.  dat.):  I  (loc.  cf.  Ludwig  Aggl.  §.  7),  und  consequent  auch  wie  slav
a  (loc.):  oj  (dat.;  über  die  letztere  Endung  und  über  die  Abstreifung  des
i  siehe  weiter  unten).  Demnach  sind  domo,  un  d  vbcera,  gerade  so  wie  lettisch
zima  (zimai)und  wakkaraja  (mit  der  vollen  Endung  ai  erweitert  um  a  statt  am,
cf.  zend.),  sehr  alte  Locative,  die  sich  desto  eher  erhalten  konnten,  als
sie  gleichsam  fossile  Organismen  sind,  wie  domoj,  doloj.  Sie  beruhen  auf
der  stärkeren,  o’ixoi,  doml,  herl  (*hesi,  (k?)  auf  der  schwächeren  Endung.
            
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