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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

396  Bis  cli  off.
was  bis  dahin  dem  sein-  gewöhnlichen  vandalischen  Verfahren
mit  alten  Acten  u.  dgl.  noch  entgangen  war.  Referent  hätte
übrigens  gern  die  Richtigkeit  jener  Versicherung  des  in  dieser
Beziehung  wohl  gut  unterrichteten  Herrn  Verwalters  durch
eigene  Augenscheinsnahme  geprüft,  fand  aber  nur  zu  einem
Besuche  des  Schlosses  in  fechwanberg  Zeit,  und  da  einen
Haufen  von  Archivalien,  deren  älteste,  einige  Geschäfts-  und
Gerichtsprotokolle  von  Holleneck  und  Schwanberg  aus  der
zweiten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts,  nichts  Brauchbares  lieferten.
Ein  besseres,  kaum  gehofftes  Ergebniss  erzielte  die  Durchsuchung ­
  des  Schwanberger  Marktarchives,  worin  die  Archivalien
zwar  nicht  geordnet,  aber  doch  ziemlich  gut  verwahrt  sind.
Hier  fanden  sich  nicht  nur  Marktgerichtsprotokolle,  welche
die  Abhaltung  von  Banntaidingen  noch  im  18.  Jahrhundert
bezeugen,  sondern  auch  eine  ausführlichere  im  Jahre  1661  erneuerte ­
  Marktordnung.  Aus  den  ersteren  ergab  sich  für  die
Jahre  1717—1720,  dass  am  25.  Jänner  (Pauli  Bek.)  die  Richterwahl ­
  stattfand,  und  hierauf  in  der  zweiten  Hälfte  des  Februar,
oder  zu  Anfang  des  März  das  erste  Banntaiding,  vierzehn
Tage  später  das  ,Nachbarintakling',  und  im  December  noch  ein
Banntaiding  gehalten  wurde.  Auch  für  Eibiswald  fand  sich
ein  Beleg  der  Abhaltung  von  Banntaidingen,  das  einzige  in
der  Marktlade  vorhandene,  stark  vermodernde  Buch,  ein  Gerichtsprotokoll ­
  von  1682—1782,  laut  welchem  die  Banntaidinge
daselbst  regelmässig  zu  Mitfasten,  Georgi  und  Michaeli  stattfanden. ­
  Im  Schlossarchive  blieb  alles  Suchen,  wobei  der  Herr
Besitzer  desselben  eifrigst  mithalf,  ohne  Erfolg.  Auf  dem  Wege
hieher  frug  Referent  beim  Gemeindevorstand  in  Wies  nach,
ob  etwa  die  Gemeindelade  irgend  etwas  Altes  berge,  worauf
dieser  nach  einigem  Zögern  einige  Staatsrente-Obligationen  vorwies. ­
  —  Schloss  Welsberg  war  wegen  Abwesenheit  seines  Besitzers ­
  unzugänglich,  soll  übrigens  nach  Aussage  des  Schlosswartes
  keine  alten  Documente  enthalten.  Auch  im  Schlosse
zu  Stainz  fand  sich  nichts,  und  im  Gemeindearchiv  nur  Belege
für  Abhaltung  von  Banntaidingen  während  des  17.  Jahrhunderts.
Als  ,erster  pontag'  erscheint  hier  gewöhnlich  der  Quatember-Mittwoch
  in  der  Fasten,  über  acht  Tage  war  wieder  Banntaiding ­
  und  dann  noch  zu  Michaeli.  In  manchem  Jahre  finden
sich  aber  in  der  Fasten  drei  Banntaidinge,  oder  zwei  in  der
            
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