Bericht über Weisthümer-Forschungen in Steiermark.
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Angabe des Gemeinde Vorstandes, gar nichts aus älterer Zeit
vorhanden ist. Die Archivalien der Kirche zu Kirchdorf waren
wegen Abwesenheit des Pfarrers unzugänglich, hätten übrigens
auch kaum etwas geboten, da die Kirche niemals grösseren
Grundbesitz hatte.
In Bruck an der Mur hat Referent das Stadtarchiv,
und die Archive der Bezirkshauptmannschaft und des Bezirksgerichtes
vergebens durchsucht. Die Forschung in den beiden
letzten Archiven konnte freilich nur eine sehr oberflächliche
sein, da Register oder Repertorien über die vielen Tausende
von Urkunden, die daselbst in zahllosen Fascikeln aufbewahrt
werden, nicht vorhanden sind, und somit nur einzelne Fascikel,
welche ältere Stücke zu enthalten schienen, näher angesehen
wurden; aber wie oberflächlich auch immer diese Untersuchung
war, so genügte sie doch zur Bekräftigung der Angabe diesfalls
wohl unterrichteter Personen, dass über die letzten Decennien
des vorigen Jahrhunderts hinaufreichende Schriftstücke
kaum zu finden sein dürften.
Zwar nicht ein eigentliches Weisthum, aber ein Banntaidingsprotokoll
fand sich unter den ebenfalls ganz ungeordneten
Afchivalien der Propstei zu Bruck. Dasselbe enthält
die Protokolle und ,Bannbriefe' über fünfundvierzig Banntaidinge,
wovon sechzehn mit den Unterthanen der Propstei und
Stadtpfarre, bez. mit der Gemeinde zu Kirchdorf, eben so
viele mit denen von Zlatten und dreizehn mit denen von Traföss
in den Jahren 1676 — 1777 im Pfarrhof zu Kirchdorf, oder
zu Pernegg, oder ,auf der Linden', oder in des Lindenwirths
Behausung zu Zlatten, oder ,beim Egger zu Traföss' u. s. w.
auf Anordnung der Grundobrigkeit gehalten wux-den. Diese
Protokolle verzeichnen die Bitten und Beschwerden der Unterthanen
und deren Erledigung durch die Obrigkeit, die ,Auflagen'
(Anordnungen) derselben, die Yertheilung des Zahlholzes
u. s. w., die Resignation der ,Forstner‘, sowie deren Confirmation
oder Erwählung neuer, u. a. Ueber alles dieses wurden
den . Unterthanen von der Obrigkeit Bannbriefe zur Darnachachtung
hinausgegeben. Von den ,Auflagen' wurden einige
immer wieder verkündigt und diese dürften der Weisthümer-Sammlung
einzuverleiben sein, daher diese Handschrift mit