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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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T  o  m  a  s  c  h  e  k.

die  sie  emaln  von  uns  und  unsern  vordem  gehabt  liabent,
staet  und  unzerbrochen  beliben.  Do  verdacht  wir  uns  des  mit
unserm  rat  und  auch  mit  in  selben,  daz  u.  s.  w.  Am  ausführlichsten ­
  beschreibt  diesen  Vorgang  Graf  Albrecht  als  Verweser ­
  über  Oesterreich  in  der  Urkunde  vom  24.  Juli  1281:
Darnach  do  unser  lierre  und  unser  vater  von  uns  gefuer,  do
sazze  wir  mit  unserm  rat,  den  lantherren,  die  unsern  rat  gesworn
  babent  vor  unserm  lierren  dom  Komischem  cliunich  .  .  .
(es  werden  nun  ihre  Namen  mitgetbeilt)  und  wurden  mit  in
enein,  wie  wir  allez  lant  sazten  in  guoten  vride  und  in  guot
gewonheit,  die  lant  und  leuten  guot  were.  Und  wurden  enein
umb  ein  niderlege,  daz  deu  ze  Wienen  in  des  rieh  es  hauptstat ­
  in  Osterrich  wurde.  Do  besant  wir  der  stat  rat  von
Wienne,  daz  die  saezzen  zu  denselben  lantherren,  die  unser
rat  sind  in  Osterrich,  und  mit  den  enein  wurden  umb  dieselben
niderlege,  wie  deu  wurde  nach  got  und  nach  des  landes  fruomen.
Der  Rath  der  Stadt  Wien  legt  sodann  seine  Rud.  Urkunden
vor,  aus  denen  die  oben  angeführten  zwei  Artikel  mitgetbeilt
werden.  Wand  aver  uns  und  unsern  den  vorgenanten  rat,  die
lantherren  ze  Osterrich  und  unsern  rat  ouz  den  purgern  ze
Wienen  der  vorgenanten  satz  und  der  artikel  den  choufleuten
gesten  ze  swer  doucht,  so  ändert  er  sodann  diese  Artikel  ab.
Daraus  ergibt  sich,  dass  städtische  Privilegien  nicht  das
Product  eines  einzigen  Momentes  waren,  sondern  das  Resultat
reiflicher  Ueberlegung  und  Erörterung  sowohl  mit  den  Bürgern
als  den  Rathgebern  der  Fürsten,  und  diejenigen  Männer,
die  an  diesen  Berathungen  Theil  nahmen,  zugleich  als
Zeugen  der  Urkunden  angeführt  wurden,  wohl  ohne
Rücksicht  darauf,  ob  sie  gerade  im  Momente  der  Expedition
des  ,Aufsatzes'  gegenwärtig  waren  oder  nicht.  Einen  ähnlichen ­
  Vorgang  hat  K.  Rudolf  gewiss  auch  bei  diesen  zwei
Stadturkunden  beobachtet.  Gewiss  waren  ihnen,  wo  so  wichtige
Landes-  und  Reichsinteressen  ins  Spiel  kamen,  länger  dauernde
Berathungen  nicht  blos  mit  den  Bürgern  sondern  auch  mit
den  Rätlicn  des  Königs  :  den  Fürsten  und  Grafen  aus  dem
Reiche,  dann  den  österreichischen  Landherren  vorausgegangen,
ehe  es  zu  einem  definitiven  und  zu  einem  kanzleimässigen  Abschluss ­
  der  Urkunden  kam.  Wien  hatte  bekanntlich  seine
Treue  gegen  K.  Ottokar  dadurch  bewährt,  dass  es  dem  herani


            
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