Die beiden Handfesten König Rudolfs I. für die Stadt Wien.
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anschlösse, ist uns nichts bekannt. Keine Aufzeichnung weder
im Originale noch in Abschrift hat sich uns erhalten, und es
scheint fast darin eine Bestätigung der Erzählung des Reimchronisten
zu liegen, dass H. Albrecht alle Privilegien der
Wiener, die eine Beeinträchtigung der herzoglichen Kammer
auch nur um 10 Pfennige enthielten, ihnen ins Angesicht
zerrissen habe (Pez. Script, rerum austr. S. 571).
Die bantvest man all laz:
Und waz der waz,
An den man macht gechiesen,
Daz daran mocht verliessen,
Der Fürst mit ainem ding
Gegen zehen phening,
Der liez er dhain nicht,
Er zart sey zu ir Angesicht,
Die ander gab er in wider.
Schon Lorenz hat nachgewiesen, wie unzuverlässig die
Erzählung des Reimchronisten über den Aufstand der Wiener
sei, und wie wenig sichere Anhaltspunkte sich aus ihr für die
Geschichte der Wiener Stadtrechte gewinnen lassen. Halten wir
uns jedoch an das Stadtrecht H. Albrechts vom J. 1296 selbst, so
weist schon dieses nach seinem Vorbiide, der Rud. Urkunde b auf
eine Rechtsordnung (forma juris) hin, die den Wienern übergeben
worden sei a. 18. Sie (die ratgeben) suoln auch swercn
besunderlich, daz sie gaenzlich und getreuelich den orden
und deu rechtichhait behalten, die in beschaiden,
gegeben und zusammengevuoget hintan den hau tvesten.
(Eine wörtliche Uebersetzung von Rudolf b a. 11 et jurabunt
specialiter, quod formam in privilegiis expressam, ipsis traditam
et confectam integre et fideliter observabunt.) Dass damit bei
Rudolf nicht der Inhalt der Urkunde b selbst gemeint war,
sondern vielmehr eben die Urkunde a, geht aus der Vergleichung
der oben bereits S. 322 angeführten Urkunde K. Rudolfs vom
1. Dez. 1277 hervor, die für Wiener-Neustadt ungefähr dieselben
Freiheiten enthält, wie die Urkunde b für Wien, bei dem
betreffenden Passus über die Verfassung des Stadtrathes aber
sagt: Cives respondebunt coram Nobis vel suo judice secundum
formam juris civitatis Wiennensis; womit offenbar das Privilegium
K. Rudolfs für Wien und zwar a gemeint ist. Daraus