Die beiden Handfesten König Rudolfs I. für die Stadt Wien.
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sich um mächtigere und Bürger höheren Standes handelte, der
Landesfürst seine höchst persönliche Gerichtsbarkeit Vorbehalten
z. B. a. 2. Si talis persona fuerit (bei schweren Verwundungen)
ipsum etiam volumus judicare — Si magne et honestiori persone
id acciderit, nostrum etiam non desit judicum — Si talis
persona fuerit, nostram etiam obtineat gratiam. a. 4. Si honestiori
persone acciderit, obtineat etiam gratiam nostram. a. 9. (Bei
der Heimsuchung), et nostrum super hoc experiatur judicium
a 13. (bei Injurien). Si vero tanta ac talis persona fuerit, nostro
etiam ipsum volumus astare judicio. a. 26. (Bei falschem Masse.)
Si talis persona fuerit, nobis volumus, ut emendet. Alle diese
Fälle sind in dem Privilegium K. Rudolfs I., das die Gleichheit
aller Bürger vor dem liechte herzustellen bestrebt ist,
bereits weggefallen. Nur in diesem einzigen Falle, bei massenhaften
und gefährlichen Ruhestörungen in der Stadt, hat er
sich noch ausnahmsweise persönlich die Judicatur Vorbehalten.
Aber auch in diesem Falle ist bereits der Uebergang zur ausnahmslosen
Gerichtsbarkeit des Stadtrathes über alle Einwohner
der Stadt angebahnt.
Es ist daher nicht gerechtfertigt, wenn Lorenz S. 20
allerdings auf Grundlage des verstümmelten Textes über diese
Stelle bedenklich den Kopf schüttelt und findet, dass sich nicht
leicht eine fatalere Bestimmung für den nachherigen Landesfürsten
denken lässt als eine solche Verzichtleistung des Königs
auf die hohe Gerichtsbarkeit, und dass sic recht im Gegensätze
gegen Albrechts Regiment gemacht worden zu sein scheine.
Auch in dem Stadtrecht H. Albrechts II. vom J. 1340
finden wir in den Artikeln 77, 78 und 80 noch Fälle, wo er
sich seine persönliche Jurisdiction vorbehält. Namentlich hat
a. 78 Albr. mit dem a. 54 Rud. eine grosse Aehnlichkeit.
Aber vielleicht haben diese bösen Bürger von Wien auch
H. Rudolf III. zu täuschen gewusst, haben ihm ihre Rechtsprojecte
als die ächten Urkunden K. Rudolfs I. vorgelegt. Es
ist kaum nötliig, diesen Gedanken ernsthaft zu ventiliren.
K. Albrecht, der Vater FI. Rudolfs III. lebte noch, nahm auch,
als er als deutscher König die Verwaltung von Oesterreich
seinem Sohne Rudolf gab, auf die Regierung des Landes häufig
einen unmittelbaren Einfluss. Er musste wohl die echten Urkunden
K. Rudolfs I. vom J. 1281 her kennen, auf die die