l)ie beiden Handfesten König Rudolfe 1. für die Stadt Wien.
339
Dieser Behauptung gegenüber können wir uns einfach
darauf beschränken, die entsprechenden Artikel in der Rud.
Urkunde a für Wien und in der Kremser Urkunde, welche
erstere Lorenz ausdrücklich so bedenklich findet, gegenüber
zu stellen. Sie sollen zugleich als Proben dafür dienen, dass
das Gesagte, dass die letzteren sich treu an die ersteren anscliliessen
und nur eine Uebersetzung sind, richtig ist.
a. 3. K. Rudolf I. Wien.
(Vgl. §. 5. Leopold nach der
Eintheilung Gaupp’s II. 238.)
. . . Si autem homicida decesserit,
antequam in proscriptionem
deveniet, ita quod de
rebus suis nichil disponat, omnes
res sue per ordinationem consulum
civitatis reserventur annum
et diem.
K. Rudolf I. a. 6.
(Vgl. §. 8. a. a. O.)
. . . res autem sue sub testimonio
virorum idoneorum a
judice civitatis et considibus sub
interdicto ponantur —
a. 10. (Vgl. §. 11 a. a. 0.)
. . . nichilominus ejiciatur de
civitate et a terminis civitatis,
nullo unquam tempore sine licentia
consulum reversurus.
a. 23. (Vgl. §. 23 a. a. 0.)
. . . persona et res stent in
ordinatione et potestate consulum
et judicis civitatis.
a. 3. Krems. H. Rudolf III.
. . . Ob aber der manslecke
entweichet, e daz er in die
echt chom und sines dinget
nicht enschaffet, alles sein
gut werde behalten nach
dem gescheffte des rates
der stett jar und tach.
H. Rudolf III. a. 6.
. . . und sol sein gut werden
gezogen van dem richter
in vrongewalt 1 mit urchund
dreier erber manne —
a. 10.
. . . und er sol dannoch die stat
raumen und bei dem ende
ninder beieiben, also daz er
nimmer darwider chom an Urlaub
und än willen des
rates der stet.
a. 23.
. . . sein leib und sein gut beste
in dem gescheft des rats und
des richtersvan den steten.
Hier ist allerdings nur von der Frolmgewalt des Richters die Rede. Die
Frohngewalt des Richters ist aber die des Gerichtes. Das Gericht bestellt
aus dem Richter und den Consuln.
22*