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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

l)ie  beiden  Handfesten  König  Rudolfe  1.  für  die  Stadt  Wien.

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Dieser  Behauptung  gegenüber  können  wir  uns  einfach
darauf  beschränken,  die  entsprechenden  Artikel  in  der  Rud.
Urkunde  a  für  Wien  und  in  der  Kremser  Urkunde,  welche
erstere  Lorenz  ausdrücklich  so  bedenklich  findet,  gegenüber
zu  stellen.  Sie  sollen  zugleich  als  Proben  dafür  dienen,  dass
das  Gesagte,  dass  die  letzteren  sich  treu  an  die  ersteren  anscliliessen
  und  nur  eine  Uebersetzung  sind,  richtig  ist.

a.  3.  K.  Rudolf  I.  Wien.
(Vgl.  §.  5.  Leopold  nach  der
Eintheilung  Gaupp’s  II.  238.)
.  .  .  Si  autem  homicida  decesserit,
  antequam  in  proscriptionem
  deveniet,  ita  quod  de
rebus  suis  nichil  disponat,  omnes
res  sue  per  ordinationem  consulum
  civitatis  reserventur  annum
  et  diem.
K.  Rudolf  I.  a.  6.
(Vgl.  §.  8.  a.  a.  O.)
.  .  .  res  autem  sue  sub  testimonio
  virorum  idoneorum  a
judice  civitatis  et  considibus  sub
interdicto  ponantur  —
a.  10.  (Vgl.  §.  11  a.  a.  0.)
.  .  .  nichilominus  ejiciatur  de
civitate  et  a  terminis  civitatis,
nullo  unquam  tempore  sine  licentia
  consulum  reversurus.

a.  23.  (Vgl.  §.  23  a.  a.  0.)
.  .  .  persona  et  res  stent  in
ordinatione  et  potestate  consulum ­
  et  judicis  civitatis.

a.  3.  Krems.  H.  Rudolf  III.

.  .  .  Ob  aber  der  manslecke
entweichet,  e  daz  er  in  die
echt  chom  und  sines  dinget
nicht  enschaffet,  alles  sein
gut  werde  behalten  nach
dem  gescheffte  des  rates
der  stett  jar  und  tach.
H.  Rudolf  III.  a.  6.
.  .  .  und  sol  sein  gut  werden
gezogen  van  dem  richter
in  vrongewalt  1  mit  urchund
dreier  erber  manne  —
a.  10.
.  .  .  und  er  sol  dannoch  die  stat
raumen  und  bei  dem  ende
ninder  beieiben,  also  daz  er
nimmer  darwider  chom  an  Urlaub ­
  und  än  willen  des
rates  der  stet.
a.  23.
.  .  .  sein  leib  und  sein  gut  beste
in  dem  gescheft  des  rats  und
des  richtersvan  den  steten.

Hier  ist  allerdings  nur  von  der  Frolmgewalt  des  Richters  die  Rede.  Die
Frohngewalt  des  Richters  ist  aber  die  des  Gerichtes.  Das  Gericht  bestellt ­
  aus  dem  Richter  und  den  Consuln.

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