Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Die  beiden  Handfeeten  König  Rudolfs  I.  für  die  Stadt  Wien.  327
Stadt  und  die  Ehre  des  Reiches  als  die  Schranken  erklärt
werden,  innerhalb  welcher  sich  diese  Autonomie  bewegen  soll,
und  dass  das  Urtheil,  ob  diese  Schranken  im  einzelnen  Falle
beobachtet  wurden,  dem  Richter  überlassen  erscheint.  Schon
das  Leopoldinum  von  1221  hatte  die  Bestimmung  enthalten:
quicquid  iidem  (cives)  in  hoc  (de  mercatu  et  de  universis,
que  ad  honorem  et  utilitatem  civitatis  pertinent)  agant  et  disponant,
  judex  civitatis  ntillo  modo  audeat  irritare,  sed  quicumque
in  aliquo  contra  illorum  XXIV  statuta  fecerit,  solvat  judici
penam  ab  ipsis  institutam.  Es  erscheint  demnach  diese  Satzung
K.  Rudolfs  nur  als  eine  Ausführung  des  a.  28  des  Leopoldinums
  und  des  damit  übereinstimmenden  a.  27  des  Stadtrechts
Herzog  Friedrichs  II.  vom  J.  1244,  und  somit  vollkommen
unbedenklich.  Dieses  Recht  der  statutarischen  Gesetzgebung
wurde  vielen  Städten  ausdrücklich  verliehen.  K.  Rudolf  gestattete ­
  1276,  9.  März  (s.  Gengier,  Codex  jur.  munic.  Germ.
S.  76),  den  Bürgern  zu  Augsburg  die  Anlage  eines  Statutenbuches ­
  :  Supplicantibus  nobis  dilectis  fidelibus  nostris  civibus
Augustensibus,  ut  cum  ipsi  quasdam  sententias  sive  jura  pro
communi  utilitate  omnium  in  unum  collegerint  ac  scripturarum
memorie  comendaverint  et  adhuc  ampliova  et  utilia  cum  prioribus
  velint  reponere  et  exinde  codicem  conlicere,  nos  tarn
scripta  quam  scribenda  velimus  autoritatis  nostre  munimine
confirmare,  nos  ipsorum  precibus  benignum  prebentes  jura  sive
sententias  scriptas  et  scribendas  sub  debito  juramento  confirmatas
  presentis  decreti  munimine  roboramus.  Es  ist  möglich,
dass  die  Form  und  die  Fassung  dieses  Artikels  dem  Herzog
Albrecht  als  fähig  Missverständnisse  zu  erzeugen  und  bedenklich ­
  erschien  und  er  ihn  deshalb  wegliess.  Der  Sache  nach
sagt  er  im  a.  1  dasselbe  mit  den  Worten:  und  swa  der  richtaer
der  stat  reht  und  iren  vreitum,  diu  sie  von  uns  habent  und
herbracht  habent,  angreifen  oder  uobergreifen  wolde,  des  suoln
wir  in  bezzern  .nach  dem  rate  des  rates  ze  Wienne.  Factisch
befand  sich  die  Stadt  seit  K.  Rudolf  in  der  Ausübung  dieses
Rechtes.  Viele  Statuten  geben  davon  Zeugniss  und  K.  Friedrich ­
  gestattete  1320,  21.  Jänner  (Rauch,  Script.  III.  15)  der
Stadt  Wien,  in  gleicher  Weise  wie  K.  Rudolf  der  Stadt  Augsburg, ­
  die  Anlage  eines  Rechtsbuches,  um  daselbst  einzutragen
alle  die  recht,  die  sie  mit  gemainem  rat  und  pei  dem  aide,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.