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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Ziminermaun.

das  gegenseitig  einander  beschränkende  Ich  und  Nicht-Ich)  ist
absolut,  wird  und  muss  und  kann  aber  dennoch  abgeleitet
werden;  da  hingegen  das  Ich  nicht  absolut  ist  und  doch  (NB.
vom  Philosophen)  absolut  gesetzt  wird  und  nicht  abzuleiten ­
  ist'.
Je  mehr  Fichte’s  Gegenbeweis  in  der  behaupteten  ,Ursprünglichkeit' ­
  der  Beschränktheit  wurzelt,  desto  bedeutungsvoller ­
  erscheint,  dass  schon  jene  ersten  schriftlichen  Bedenken
Herbart’s  gegen  dieselbe  gerichtet  erscheinen.  Die  Handlung,
durch  welche  das  Ich  sich  ein  Nicht-Ich  entgegensetzt,  wird
in  der  Wissenschaftslehre  (zweiter  Grundsatz)  als  eine  ursprüngliche ­
  ,  unter  den  ,empirischen  Thatsachen  des  Bewusstseins'
vorkommende  bezeichnet.  Herbart  glaubte  zu  bemerken,  dass
dieselbe  entweder  von  der  ursprünglichen  des  Setzens  nicht
verschieden  oder  dass  eine  doppelte  Handlung  des  Entgegensetzens ­
  möglich  sei.  Im  ersten  Fall  wäre  dieselbe  nicht  ursprünglich, ­
  im  zweiten  gäbe  es  der  ursprünglichen  Handlungen
mehrere,  als  die  Wissenschaftslehre  zulässt.  Herbart  kommt  auf
jene  Bedenken  nicht  wieder  zurück,  aber  der  ganze  Nachdruck
seiner  Argumentation  wider  Schelling  ruht  auf  der  von  diesem
und  Fichte  behaupteten  Ursprünglichkeit  der  Beschränktheit. ­
  ,Weichen  wir',  sagt  er,  ,mit  Schelling,  von  dem  Hauptgedanken, ­
  dass  das  Wissen,  um  Realität  zu  enthalten,  in  einem
Sicli-selbst-setzen  bestehen  (dass  es  das  Ich  sein)  musste,  dahin
ab,  dass  dies  Sicli-selbst-setzen  zugleich  ein  Sich-nicht-selbstsetzen
  sei,  so  wird  die  Realität,  die  eben  in  ihrem  Setzen  bestand,
auch  mit  demselben  wachsen'.  Sie  ist  nun  nicht  mehr  bloss,
inwiefern  sie  sich,  sondern  auch,  inwiefern  sie  ihr  Nicht-Sein
setzt.  Nun  wird  der  Begriff  des  Ich  durch  den  des  sich-Setzens
erschöpft;  folglich  ist  jene  Realität  mehr  als  das  Ich.  Folglich
ist  Schelling’s  absolutes  Ich  noch  etwas  ausser  dem  Ich,  folglich ­
  insofern  ein  Ding  an  sich'.
Darauf  erwiedert  Fichte:,Die  Realität  (sowohl  alsSich-selbstsetzen,
  als  auch  als  Sich-nicht-selbst-setzen)  ist  doch  nur,  inwiefern ­
  sie  setzt'.  Herbart  hat  diese  Bemerkung  nicht  beachtet,  obwohl
sie  ein  offenbares  Sophisma  enthält.  Denn  nicht  im,Setzen'  besteht
ja  das  Wesen  des  Ich,  sondern  im  ,Sich-selbst-setzen'.  Und  eben
darin,  dass  das  Ich  zugleich  ein  ,Sich-selbst-setzen'  und  ein  ,Sichnicht-selbst-Setzen'
  sein  soll,  ist  dessen  Widerspruch  enthalten.
            
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