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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Perioden  in  Herbart’s  philosophischem  Geistesgang.

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rechtfertigt  gleichsam  Herbart’s  Zusammenstellung  Schelling’s
mit  Spinoza,  indem  sie  besagt:  ,So  erklärt  verfalle  Schelling
eigentlich  in  die  Unerweislichkeit,  die  bei  Spinoza  stattlinde  und
die  Jacobi  in’s  Licht  setze:  woher  dann  die  Beschränktheit  des
Alls?'  Darin  eben  bestand  die  Stärke  von  Herbart’s  Argumentation, ­
  dass  man  bei  einem  System,  welches  sich  selbst  als
Gegenstück  zum  Spinozismus  gibt  und  das  Ich  an  die  Stelle  der
absoluten  Substanz  setzt,  auch  mit  Recht  fragen  dürfe  :  woher
dann  die  Beschränktheit  des  Ich?  Dieselbe  zu  entkräften,  hat
Fichte  nur  die  Bemerkung,  er  sehe  nicht  ein,  warum  man  Schelling ­
  so  erklären  müsse.  Das  Richtige  wäre  gewesen  zu  zeigen,
dass  man  ihn  so  nicht  erklären  könne.  Fichte  setzt  dazu  an,
indem  er  behauptet,  es  bestehe  wirklich  ein  Unterschied  zwischen
Spinoza  und  Schelling.  Letzterer  nimmt  bei  dem  Ich  ein  ,Streben'
an,  das  Spinoza  bei  dem  ,Unendlichen'  nicht  annimmt.  Und  nun
folgt  der  Gegengrund,  auf  dem  Ficlite’s  ganze  Vertlieidigung
gegen  Herbart  ruht:  ,Wer  auch  nur  ein  Streben  annimmt,  der
nimmt  ja  wohl  eine  ursprüngliche  Beschränktheit  an.  Sie
ist  absolut  und  kann  nicht  weiter  abgeleitet  werden.
—  Dass  sie  durch  ein  Nicht-Ich  erklärt  werde,  davon  liegt  der
Grund  im  Ich,  in  seinen  Reflexionsgesetzen'.
Dass  durch  diese  Behauptung  der  Knoten  zerhauen,  aber
keineswegs  gelöst  sei,  springt  in  die  Augen.  Durch  die  Behauptung ­
  der  Ursprünglichkeit  der  Beschränktheit  ist  zwar  jede
weitere  Frage  nach  deren:  Woher?  mit  einem  Verbot  belegt,
die  Beschränktheit  selbst  aber  ist  nicht  dadurch  erklärt.  Dieselbe ­
  soll  als  unerklärte  und  unerklärliche  Thatsache  hingenommen ­
  werden.  Durch  die  Einführung  des  ,Strebens‘  in  das
,Unendliche'  Spinoza’s  wird  daher  wohl,  da  ,Streben  und  Beschränktheit ­
  und  Nicht-Ich  Eins  sind',  dessen  Beschränktheit ­
  erklärt,  aber  die  Berechtigung  jener  Einführung  derselben ­
  als  einer  ursprünglichen  bleibt  unerklärt.  ,Ich  rede',
wendet  Herbart  gegen  Fichte’s  Note  ein,  ,nicht  von  Dogmen
und  Resultaten,  sondern  von  der  Consequenz;  nicht  vom  Annehmen, ­
  sondern  vom  Folgern.  Streben  und  Beschränktheit  und
Nicht-Ich  sind  Eins;  aber  Schelling  widerspricht  sich  durch  die
Annahme  desselben.  Denn  erst  ist  ihm  das  Sich-setzen  alle  Realität, ­
  und  dann  besteht  einige  Realität  von  diesem  sich-Setzen,
vom  Ich,  im  Sich-nicht-setzen.  —Die  Beschränktheit  (oder
            
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