Perioden in Herbart’s philosophischem Geistesgang.
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Wenn das absolute Sein dasjenige ist, das sieb selbst bedingt,
so ist es bedingt und ,von einem Bedingtsein, sei es von welcher
Art es wolle, ist beim absoluten Sein gar nicht die Rede'. Wenn
Schelling durch den Satz: Nur das, was durch sich selbst ist,
-gibt sich selbst die Form der Identität, zu beweisen sucht, dass
das reine Sein, weil seine Form Identität (A — A) sei, durch
sich selbst sein müsse, so ist zu bemerken, dass die Idee: etwas
ist durch sich selbst, gar nicht zu der passe: es ist sich selbst
gleich. Denn im ersten Fall wird es unter widerstreitenden
Prädicaten, Bedingen und Bedingtsein, im zweiten unter denselben
Prädicaten doppelt gesetzt. Auch müsste, wenn das absolute
Sein sich selbst bedingen sollte, es möglich sein, von
einem Bedingten zu reden, das nur Eine Bedingung habe, während
jedes Bedingen wenigstens zwei Bedingungen voraussetzt.
Wie viel unrichtiger wird es, wenn vollends Bedingtes und Bedingung
als identisch gesetzt wird. Die ,Verwechslung' des absoluten
Seins mit dem Ich trägt auf das erstere, dessen Charakter
absolute Ruhe und Stille, jenen des letzteren über, der
ein ewig aus sich heraus und in sich zurückarbeitender Strudel
ist. Beide schliessen einander aus: absolutes Sein ist das feierlichste
Schweigen Liber der Spiegelfläche des völlig ruhenden
Meeres; niemand darf es wagen, diesen Spiegel nur durch die
kleinsten Kreise zu trüben. Gerade umgekehrt wäre Ruhe der
Tod des Ich, Thätigkeit ist sein einziges Sein.
Fichte bemerkt zu Obigem, von diesem Allem verstehe
er nur so viel: man habe sich nicht bei dem Sein des Ich aufzuhalten,
daraus werde nichts; man gebe zu seiner Thätigkeit
und damit sei er ganz einverstanden. Wie wenig er damit
Herbart’s Sinn getroffen, geht daraus hervor, dass er gleich
darauf einigen Ausstellungen, die derselbe an Schelling macht,
seinen Beifall gibt, ohne zu bemerken, dass er dadurch sehr
unconsequent erscheine. Indem Herbart Schelling’s Verwechslung
des Ich mit dem absoluten Sein rügt, hat er keineswegs
die Absicht, Fichte’s Behauptung, dass das durch-sich-selbst
und das sich-gleich-sein Formen des Ich (in der Wissenschaftslehre)
seien, zu leugnen, sondern vielmehr (wie er gegen diesen
bemerkt) zu ,beweisen'. Allein da diese Formen sowohl unter
einander, als dem absoluten Sein widersprechend sind, so wird
dadurch zugleich klar gemacht, dass das Ich nicht nur (gegen