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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Zimmer  mann.

uns  an  sich  Gewisse';  dieses  ,das  Gesetzte,  ohne  dass  ein  anderes ­
  das  Setzende  sei',  bedeutet  ein  weder  von  uns  noch
überhaupt  von  irgend  einem  anderen  Gesetztes,  also  entweder
gar  nicht  oder  durch  sich  Gesetztes,  das  absolut  Seiende.  Der
,ungeheure  Sprung'  ist  kein  geringerer,  als  einer  von  dem  für
uns  letzten  Grunde  im  Denken  zu  dem  an  sich  letzten  Grunde
im  Sein.
Die  Aufzeigung  der  Verwechslung  des  letzten  Erkenntnissgrundes
  mit  dem  letzten  Realgrunde  berührt  eine  der  wundesten ­
  Stellen  in  Schelling’s  System  ;  Herbart  verweist,  da  die
Schrift  über  das  Ich  in  diesem  Punkt  ,klarer'  sei,  auf  seine
über  denselben  an  jene  geknüpften  Bemerkungen.  ,Entweder'  —
sagt  Schelling  dort  (a.  a.  0.  S.  162)  —  ,Wissen  ohne  Realität,
oder  ein  letzter  Punkt  der  Realität;  und  da  wer  etwas  wissen
will,  zugleich  will,  dass  sein  Wissen  Realität  habe,  was  folgt
daraus?'.  Wenn  jene  Alternative  richtig  ist,  allerdings  das,  was
Schelling  will,  nämlich  ein  ,letzter  Punkt  aller  Realität',  oder
,eine  Realität,  die  allen  anderen  Realität  ertheilt'.  Aber  ob  sie
richtig  ist?  Herbart  bemerkt  zunächst,  es  lasse  sich  zu  derselben ­
  hinzufügen:  oder  —  eine  ebenso  mannigfaltige  Realität
des  Wissens,  als  es  ,Mannigfaltigkeit  des  Wissens  gibt'.  Denn
das  Wissen  als  solches  ist  selbst  eine  Realität,  und  dessen
Mannigfaltigkeit  stellt  eine  solche  der  letzteren  dar.  Dann
aber  sei  es  ,sehr  befremdend,  wie  hier,  wo  einem  Princip
des  Wissens  d.  h.  einem  Wissen  schlechthin,  von  welchem  alle
Gewissheit  ausgehe,  nachgeforscht  werden  sollte,  von  einer  Realität ­
  schlechthin,  die  alles  Dasein  begründe,  die  Rede  sein
könne?'  Der  ,ungeheure  Sprung'  von  dem  letzten  für  uns  Gewissen ­
  zu  dem  letzten  sich  selbst  Setzenden  wird  hier  vom
,Wissen  schlechthin'  zur  ,Realität  schlechthin'  getlian,  während
wir  alle  Sein  und  Wissen,  also  auch  Sein  schlechthin  von  unmittelbarer ­
  Gewissheit  unterscheiden'.
Zu  obigem  ,Sprunge'  hat  Fichte  die  Randnote  beigesetzt:
,ungeschickt  sei  ein  solcher  Weg,  aber  nicht  falsch'.  Indem  er
dadurch  sein  Einverständniss  mit  Schelling  in  diesem  Punkt
zu  erkennen  gab,  musste  er  die  von  Herbart  gemachten  Bemerkungen ­
  als  eben  so  gut  gegen  sich,  als  gegen  Schelling  gerichtet ­
  ansehen.  Wenn  daher  dieser  bemerkt,  Schelling’s  Ausdruck ­
  :  ich  will,  dass  mein  Wissen  Realität  habe,  könne  nichts
            
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