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Zimmer mann.
Schelling geht von der Ansicht aus, es könne nur Einen
obersten Grundsatz geben und dieser müsse als solcher einen
schlechthin unbedingten Inhalt haben. Er schliesst also einerseits
jede Mehrheit von Principien aus und erklärt andererseits
die Unbedingtheit des Inhalts für genügend zum Princip. Demgemäss
definirt er einerseits die Wissenschaft, — ihr Inhalt sei
welcher er wolle — als ein Ganzes, das unter der Form der
Einheit steht (a. a. 0. S. 90), und folgert andererseits aus der
Unhedingtheit des Inhalts, dass ein schlechthin Unbedingtes
nur ein sich selbst Setzendes sein könne (a. a. 0. S. 96).
Gegen das erstere bemerkt Herbart, dass ,auch ein blosses
Aggregat' ein Ganzes sei und die Form der Einheit habe; ein
Aggregat aber ,soll die Wissenschaft doch nicht sein?' Ebensowenig
könne die blosse Aggregation, d. i. diejenige Handlung
des Geistes, durch welche ein Aggregat von Sätzen, ,das ganz
willkürlich sein kann', entsteht, ein wissenschaftlicher Grundsatz
heissen. Ein solcher soll sich die abgeleiteten Sätze nicht
bloss ,unterordnen', er soll ,sie ganz und gar aus sich hervorbringen
1 . Das Princip einer Wissenschaft kann nur ein
Inhalt sein, der nothwendig auf allen andern Inhalt führt d. h.
nicht bloss unbedingt, sondern allen andern bedingend ist. Käme
es bloss auf das erstere an, so dürften wir ,gar nicht verlegen'
sein; denn die ganze Sphäre unserer Empfindungen steht mit
unserem Selbstbewusstsein in jedem Moment unseres Daseins
völlig unbedingt in uns da. Aber ,keine philosophische Untersuchung
kann von einem Princip ausgehen, das nicht in sie
hineintreibt'. ,Jedes Princip muss an sich d. h. ohne das
System gewiss und dennoch ohne dasselbe unmöglich sein.
Aus der Auflösung dieses Widerspruchs muss sich das allgemeine
Princip ergeben.'
Weder die Einzigkeit noch die Unbedingtheit (dem Inhalt
nach) genügt Herhart als charakteristische Eigenschaft eines
Princips; vielmehr findet er dieselbe in dem ihm anhaftenden
Widerspruch, dass dasselbe zugleich ohne das System gewiss
d. h. nicht abzuweisen, und dennoch ohne dasselbe unmöglich
d. h. nicht zu behalten sei. Gegen die Forderung der Einzigkeit
wendet er ein: es sei eine Frage, ob Ein einziger Grundsatz
der Ableitung alles denkbaren Inhalts aus demselben gewachsen
sei; ,mehrere schlechthin gewisse Sätze können sich