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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Perioden  in  Herbnrt’s  philosophischem  Geistesgang.

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bei  der  Reflexion  wieder  f'ilng-t.  Schon  damals,  theilt  er  Goethe
mit,  regten  sich  Gegner  in  Fichte’s  Gemeinde  (Weisshuhn),  ,die
es  nächstens  lallt  sagen  werden,  dass  alles  auf  einen  subjectiven
Spinozismus  hinausläuft'  (G.  u.  S.  Briefw.  I.  S.  25).  Durch  Herbart’s
  Bemerkung,  dass  ein  unendlicher  selbstgebotener  Kampf  mit
einem  selbstgeschaffenen  Feinde  weit  eher  Spiel  als  Beschäftigung
zu  heissen  verdiene  und  Schelling’s  Idealismus  ein  Gegenstück
zum  Spinozismus  sei,  konnte  sich  Fichte  getroffen  fühlen.  (Vgl.
Br.  an  Reinh.  a.  a.  0.  I..  S.  58.)  Als  jener  seine  Beurtheilung  der
Schelling’schen  Schriften,  die  er  selbst  ,das  beste  und  ausgeführteste'
  unter  seinen  philosophischen  Versuchen  nennt  (an  Smidt,
December  1796.  H.R.  S.  39)  seinem  Lehrer  vorlegte,  fügte  dieser
zu  Herbart’s  Bemerkungen  über  die  Schrift  vom  Ich  ,Noten'
hinzu,  welche  jener  seinerseits  mit  Gegenbemerkungen  versah.
Beide  sind  in  die  Werke  unter  dem  Text  mit  aufgenommen.
In  seiner  Erstlingsschrift  ging  Sclielling  davon  aus,  dass
es  im  Grunde  doch  nur  Eine  Philosophie  gebe;  in  dieser  müsse
eine  absolute  Verbindung  des  Inhalts  und  der  Form  herrschen
und  in  Einem  obersten  Grundsatz  ausgedrückt  sein.  Die  Idee
der  systematischen  Form  ist  durch  das  Bedürfniss  gegeben;
diese  Form  ganz  auszufüllen  ist  der  Endzweck  der  Philosophie.
Nach  der  blossen  Idee  dieser  Form  denjenigen  Inhalt  aufzusuchen, ­
  von  welchem  aus  sie  nothwendig  auf  allen  anderen
Inhalt  übergehen  müsste,  —  ein  Princip  für  die  Wissenschaft
zu  erforschen  wird  das  erste  Geschäft  des  Philosophen  sein.
Findet  sich  ein  Inhalt,  der  dem  Begriff  des  Princips  entspricht,
so  ist  Hoffnung  da,  dass  jenes  Bedürfniss  Befriedigung  finden
werde,  dass  eine  Form  der  Philosophie  möglich  sei.  Damit
schliesst  die  Einleitung  und  das  System  beginnt.
An  dieser  Stelle  beginnen  auch  Herbart’s  Bemerkungen,
Derselben  sind  im  Ganzen  27,  wovon  13  gegen  die  erste,  die
übrigen  gegen  die  zweite  Schrift  Schelling’s  gerichtet  sind.  Aus
dem  Zweck,  welchen  Herbart  seinen  Bemerkungen  vorsetzt,
,zu  untersuchen,  ob  Sclielling  seine  Bahn  ebenso  glücklich
verfolgt  als  betreten  habe',  darf  inan  schliessen,  dass  er  mit
dem  Inhalt  der  Einleitung  einverstanden  sei.  Die  Auffindung
von  Principien  erscheint  auch  ihm  als  Aufgabe  der  Philosophie;
die  Frage  ist  nur,  ob  er  auch  in  dem  Begriff  dessen,  was  ein
Princip  sei,  mit  jenem  derselben  Meinung  gewesen  sei.
            
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