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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Zimmermann.

geht  aus  dem  Briefe  an  Hegel  hervor.  Herhart  hatte  wohl  recht,
ihn  mit  Spinoza  zusammenzustellen.
Auch  auf  ihn  hat  die  Schrift  einen  imponirenden  Eindruck
hervorgebracht.  In  dem  ,  Brief  an  Smidt  erklärt  er  dieselbe  für
die  möglichst  consequente  Darstellung  des  Idealismus;  in  der
Skizze  ertheilt  er  dessen  System  dasselbe  Lob  und  fügt  hinzu:
,Consequenz  mache  jedes  Denken  aehtungswürdig“.  Allerdings
des  Idealismus,  ,nicht  des  Kriticismus,  wie  Schelling  selbst  behaupte“, ­
  fährt  er  fort.  Dass  er  damit  Recht  hatte,  bezeugt  Schelling ­
  selbst;  denn  in  der  2.  Auflage  der  Briefe  über  Dogmatismus
und  Kriticismus  (1809)  wird  dem  Ausdruck:  ,System  des  Kriticismus“ ­
  stillschweigend  der  Zusatz  ,oder  richtiger  gesagt,  des  Idealismus“ ­
  beigefügt.  (Vgl.  S.  W.  I.  S.  302.  Anhang.)  Von  dem
,Staunen“,  das  Schelling  bei  Hegel  voraussetzte,  ist  Herbart
frei.  Das  Bekenntniss  Schelling’s,  Spinozist  geworden  zu  sein,
würde  ihn  nicht  in  solches  versetzt  haben;  er  findet  vielmehr,
dass  ,die  Art,  wie  derselbe  auf  sein  System  gerieth,  sich  leicht
begreifen  lasse“.  Schelling  habe  Spinoza  sehr  sorgfältig  studirt,
das  Irrige  desselben  eingesehen;  was  sei  also  natürlicher,  als
dass  er  von  einem  Extrem  philosophischer  Einseitigkeit  zum
andern  überging,  zudem  da  Kant  und  noch  mehr  Fichte  einen
solchen  Uebergang  zu  begünstigen  schienen?  Jede  seiner  Behauptungen ­
  sei  ein  Gegensatz  gegen  ein  bestimmtes  Theorem
des  Spinozismus.
Gegen  den  letzteren  legt  Herbart  kein  Vorurtheil  an  den
Tag.  Die  Vollendung  der  systematischen  Form  nennt  auch  er
,das  höchste  Bedürfniss  der  Wissenschaft“.  Die  Befriedigung
desselben  durch  Eine  allumfassende  unbedingte  Einheit  in  der
Art,  dass  die  Mannigfaltigkeit  der  Welt  zugleich  als  Ein  Continuum
  und  als  Ein  System  dargestellt  werde,  dessen  Theile  in
so  inniger  Verknüpfung  mit  einander  stehen,  dass  jeder  einzelne ­
  ohne  alle  übrigen  völlig  unmöglich  und  undenkbar  wäre,
dass  nur  in  dem  allgemeinen  Eingreifen  aller  in  alle,  in  dem
ewigen  vor  aller  Zeit  als  nothwendig  bestimmten  Wechsel  jedem
seine  Existenz  gesichert  sei;  dass  das  Ganze  nur  Eine  absolute ­
  Substanz  ausmache,  in  welcher  alles  Ausgedehnte  in  einen
Körper,  alle  Geister  in  ein  einziges  Bewusstsein  zusammenfliessen:
  diese  Befriedigung  nennt  er  ,  eine  grosse  erhabene
Idee“.  Aber  dieselbe  hat  nach  ihm  den  ,auffallenden  Fehler,
            
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