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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Zimni  ermann.

wenig  wie  jenen  der  Wissenschaftslehru  irre,  deren  erste  Grundlage ­
  nur  auf  einem  offen  eingestandenen,  aber  ,unvermeidlichen'
Cirkel  ruht.  ,Ich  kann  mich  setzen',  sagt  Herbart,  ,als  den,  der
sich  selbst  —  als  sich  selbst  Vorstellenden  vorstellt,  und  indem ­
  ich  hievon  rede,  bin  ich  es  wieder,  der  sich  diesen  Cirkel
vorstellt,  ich  falle  also  wieder  in  ihn  hinein  und  indem  ich  davon
rede,  bin  ich  noch  einmal  selbst  der  Vorstellende,  und  so  in’s
Unendliche;  die  Synthesis  läuft  ewig  in  sich  selbst  zurück'.
In  dem  Begriff  des  sich  sich  (se  sibi)-Vorstellens,  wobei  das
Vorgestellte  abermals  das  Ich,  d.  i.  das  sich  sich  Vorstellen  ist,
und  so  in’s  Endlose  fort,  entdeckt  er  auch  hier  keinen  ,Widerspruch'. ­
  Vielmehr  ,muss'  jene  Unendlichkeit  erschöpft  werden,
,indem  das  Ich  sich  die  ganze  Unendlichkeit  in  einem  Begriff
vorstellt,  indem  ich  es  mir  sage,  dass  ich  mich  selbst  in  einem
ewigen  Cirkel  als  mich  selbst  vorstellend  u.  s.  w.  vorstellen
müsse'.
Damals  hatte  also  Herbart,  der  Zuhörer  Fichte’s,  den
,herben  Widerspruch'  (contradictionem  acerrimam)  im  Begriffe
des  Ich  noch  nicht  entdeckt,  den  er  in  der  siebenten  seiner
pro  loco  in  philosophorum  ordine  rite  obtinendo  am  23.  October
1802  vertheidigten  Thesen  als  einen  solchen  bezeichnete,  den
die  Philosophie  nicht  anders,  als  nach  Beseitigung  des  Idealismus ­
  ,von  Grund  aus'  (nisi  sic,  ut  idealismum  funditus  evertat),
aufzulösen  unternehmen  könne.  Noch  1822  (in  einer  Anmerkung ­
  zu  seiner  Schrift:  Ueber  die  Möglichkeit,  Mathematik
auf  Psychologie  anzuwenden,  S.W.  VII.  S.  152)  bezeichnete  er  die
Einsicht,  dass  die  Ichheit  schlechterdings  nichts  Primitives  und
Selbstständiges,  sondern  das  Abhängigste  und  Bedingteste  sein
müsse,  als  die  erste,  die  sich  ihm  enthüllt  und  ihn  von  Fichte
entfernt  habe.  In  der  vorliegenden  Abhandlung  zweifelt  er  nicht
im  Geringsten  daran,  dass  sie,  dem  ewigen  Cirkel  zum  Trotz,
den  sie  einschliesst,  die  erste  und  ursprüngliche  reine  Synthesis
sei,  welche  zu  allen  folgenden  führe.  Hartenstein’s  Behauptung,
es  habe  eine  Periode  gegeben,  in  welcher  derselbe  nicht  bloss
Schüler,  sondern  Anhänger  Fichte’s  gewesen  sei,  ist  daher  ebenso
richtig,  als  dessen  weitere,  dass  dieselbe  ,nur  sehr  kurz'  gewesen ­
  sein  könne,  durch  die  Berichtigung  des  Datums  der  Abfassung ­
  obiger  Schrift  selbst  eine  solche  erfährt.  Zu  der  letzteren
ist  Hartenstein  ohne  Zweifel  durch  den  Umstand  vermocht
            
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