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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Zimmermann.

Herbart’s  Denken'  (a.  a.  0.  XXIV)  nennt.  Letztere  führte  zwei
Jahre  darauf  während  Herbart’s  Aufenthalt  in  der  Schweiz  zu
dem  ,ersten  problematischen  Entwurf  der  Wissenslehre',  den
Herbart’s  Freund  Böhlendorf  in  einem  Brief  an  einen  andern
Jugendfreund,  Rist,  als  Herbart’s  ,System 1  bezeichnet  (II.  Rel.
S.  87).  Zeigt  auch  derselbe  nach  Ilartenstoin’s  Ausdruck
(a.  a.  0.  XL1I)  schon  in  seiner  Ueberschrift  noch  eine  gewisse
Abhängigkeit  von  Fickte’scher  Denkweise  und  ,schimmern'  die
Grundbegriffe  seiner  nachherigen  eigenen  Psychologie  durch
die  trüben  und  unklaren  Elemente,  die  ihm  von  Fiehte’s  Schule
her  anhängen,  ,gleichsam  nur  hindurch,  so  sind  sie  in  ihren
Anfängen  doch  wohl  zu  erkennen'  (Hartenstein  S.  W.  Vorr.  z.
XII.  Band  S.  XI).  Die  Ostern  1802  aufgestellten  ,Thesen'  aber
erkennt  derselbe  Zeuge  als  den  ,Ausdruck  eines  in  seiner  Sphäre
zur  Reife  gekommenen  Denkens'  an.  ,Sie  zeigen,  dass,  die
Principien  der  Ethik  ausgenommen,  Herbart  damals  schon  über
das  Verhältniss  der  verschiedenen  Gebiete  der  philosophischen
Untersuchung  sammt  den  Grundgedanken  der  Metaphysik  und
Psychologie  mit  sich  in’s  Reine  gekommen  war.'  (A.  a.  0.  XII.
Vorr.  XI.)
Hiernach  wären  in  Herbart’s  philosophischem  Geistesgang
drei  Perioden  zu  unterscheiden.  Die  erste,  mit  Herbart’s  Eintreffen ­
  in  Jena  beginnend  und  durch  die  Ausarbeitung  seiner
Kritik  Schelling’scher  Schriften  begrenzt,  wäre  als  dessen  Fichtesche,
  die  dritte,  die  durch  die  Aufstellung  obiger  ,Thesen'
eingeleitet  und  bis  an  sein  Lebensende  fortgesetzt  wird,  als
dessen  originale,  dagegen  die  zwischen  beiden  gelegene,  deren
Beginn  jene  Kritik  Schelling’s  markirt,  als  dessen  philosophische
Uebergangsperiode  zu  bezeichnen.  Die  erstgenannte  würde
kaum  volle  zwei,  die  letztgenannte  aber  sechs  Jahre,  die
Periode  seines  selbstständigen  Philosophirens  dagegen  sein
ganzes  übriges  Leben  umfassen.  Jene  müssten  als  Lehr-,  die
Zeiten  des  Uebergangs  als  Wanderjahre,  schon  die  Jahre  von
Herbart’s  Auftreten  als  akademischer  Lehrer  in  Göttingen  an
dürfen  als  Meisterjahre  gelten.
I.
            
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