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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

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Z  im  m  e  rlnan  n.

der  venia  legendi  zu  Göttingen  öffentlich  an  schlagen  Hess,  findet
darin  bereits  die  Principien  ausgedrückt,  durch  welche  Herbart
vom  transcendentalen  Idealismus  ,in  jeder  Form',  von  der
transcendentalen  Aesthetik  und  transcendentalen  Freiheitslehre
Ivant’s  ebenso  wie  von  Fichte’s  Ichpliilosophie  und  Schelling’s
intellektualer  Anschauung  sich  lossagt.
Wenn  daher  überhaupt  in  PIerbart’s  Innerem  eine  Entwicklung
und  ein  Uebergang  aus  früher  gewonnenen  oder  entlehnten  Ueberzeugungen
  zu  denjenigen  stattfand,  welche  er  bis  an  sein  Lebensende ­
  als  die  seinigen  festhielt,  so  müssen  dieselben  in  eine  Zeit
gefallen  sein,  in  welcher  derselbe  es  angemessen  fand,  die  Kundgebung ­
  derselben  der  Oeffentlichkeit  zu  entziehen.  In  diesem
Punkt  wie  in  anderen  erscheint  er  als  charakteristisches  Gegenstück ­
  seines  nur  um  ein  Jahr  älteren  Zeit-  und  Fachgenossen
Schelling,  der  seine  zahlreichen  Wandlungen  ebenso  dreist  angesichts ­
  des  wissenschaftlichen  Publikums  durchzumachen  liebte,
als  Pierbart  die  seinigen,  wenn  solche  vorhanden  waren,  vor
demselben  rücksichtsvoll  zurückhielt.
Es  ist  Hartenstein’s  Verdienst,  zuerst  durch  seine  Ausgabe ­
  der  Kleinen  Schriften  (1842),  dann  durch  jene  der  Sämmtlichen
  Werke  (1850—52)  schriftliche  Zeugnisse  aus  dem  Nachlasse ­
  an’s  Licht  gezogen  zu  haben,  aus  welchen  jene  geheim
gebliebene  Geistesentwicklung  Herbart’s  anschaulich  hervorgeht.
Dieselben  beginnen  mit  Herbart’s  Universitätszeit  in  Jena  (1794)
und  währen  bis  zu  dessen  Auftreten  als  akademischer  Docent
zu  Göttingen  (1802),  mit  welchem  letzteren  zugleich  durch  die
Rede  bei  Eröffnung  seiner  Vorlesungen  über  Pädagogik  die
Reihe  seiner  gedruckten  Schriften  sich  eröffnet.  Es  sind  Aufzeichnungen, ­
  Einwürfe,  Kritiken,  Entwürfe,  welche  zum  Theil
während  Herbart’s  Aufenthalt  als  Student  zu  Jena,  zum  Theil
während  eines  solchen  als  Hauslehrer  in  der  Schweiz  entstanden. ­
  Man  entnimmt  denselben  die  unmittelbare  Wirkung,  welche
Fichte’s  mündliche  Vorträge,  wie  dessen  und  Schelling’s  erste
Schriften  auf  Pierbart  hervorbrachten.  Jenem,  dem  er  persönlich ­
  durch  seine  Mutter,  eine  durch  Geist  und  Charakter  bedeutende ­
  Frau,  nahe  stand,  wurde  ein  Theil  derselben  direct
vorgelegt  und  von  ihm  mit  Bemerkungen  versehen,  denen  der
Jüngling  Gegenbemerkungen  im  bescheidenen,  aber  entschiedenen ­
  Tone  hinzufügte.  Diesen,  der  damals  von  Fichte  mit
            
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