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der venia legendi zu Göttingen öffentlich an schlagen Hess, findet
darin bereits die Principien ausgedrückt, durch welche Herbart
vom transcendentalen Idealismus ,in jeder Form', von der
transcendentalen Aesthetik und transcendentalen Freiheitslehre
Ivant’s ebenso wie von Fichte’s Ichpliilosophie und Schelling’s
intellektualer Anschauung sich lossagt.
Wenn daher überhaupt in PIerbart’s Innerem eine Entwicklung
und ein Uebergang aus früher gewonnenen oder entlehnten Ueberzeugungen
zu denjenigen stattfand, welche er bis an sein Lebensende
als die seinigen festhielt, so müssen dieselben in eine Zeit
gefallen sein, in welcher derselbe es angemessen fand, die Kundgebung
derselben der Oeffentlichkeit zu entziehen. In diesem
Punkt wie in anderen erscheint er als charakteristisches Gegenstück
seines nur um ein Jahr älteren Zeit- und Fachgenossen
Schelling, der seine zahlreichen Wandlungen ebenso dreist angesichts
des wissenschaftlichen Publikums durchzumachen liebte,
als Pierbart die seinigen, wenn solche vorhanden waren, vor
demselben rücksichtsvoll zurückhielt.
Es ist Hartenstein’s Verdienst, zuerst durch seine Ausgabe
der Kleinen Schriften (1842), dann durch jene der Sämmtlichen
Werke (1850—52) schriftliche Zeugnisse aus dem Nachlasse
an’s Licht gezogen zu haben, aus welchen jene geheim
gebliebene Geistesentwicklung Herbart’s anschaulich hervorgeht.
Dieselben beginnen mit Herbart’s Universitätszeit in Jena (1794)
und währen bis zu dessen Auftreten als akademischer Docent
zu Göttingen (1802), mit welchem letzteren zugleich durch die
Rede bei Eröffnung seiner Vorlesungen über Pädagogik die
Reihe seiner gedruckten Schriften sich eröffnet. Es sind Aufzeichnungen,
Einwürfe, Kritiken, Entwürfe, welche zum Theil
während Herbart’s Aufenthalt als Student zu Jena, zum Theil
während eines solchen als Hauslehrer in der Schweiz entstanden.
Man entnimmt denselben die unmittelbare Wirkung, welche
Fichte’s mündliche Vorträge, wie dessen und Schelling’s erste
Schriften auf Pierbart hervorbrachten. Jenem, dem er persönlich
durch seine Mutter, eine durch Geist und Charakter bedeutende
Frau, nahe stand, wurde ein Theil derselben direct
vorgelegt und von ihm mit Bemerkungen versehen, denen der
Jüngling Gegenbemerkungen im bescheidenen, aber entschiedenen
Tone hinzufügte. Diesen, der damals von Fichte mit