Xenophontische Studien.
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III. Apologie.
Die Apologie ist, wie ich in den Studien II, 136 f. bemerkt
habe, ein rhetorisches Exercitium, welches etwa im
zweiten Jahrhunderte vor Christus in einer Rhetorensehule entstanden
ist. Der Verfasser benützte für seinen Zweck die
Apomnemoneumata, welche ihm bereits in derselben Gestalt
wie jetzt uns Vorlagen, und zwar für §§. 2—8 das unechte
Schlusscapitel, für 10—22 die beiden ersten Capitel des ersten
Buches, dann noch Platons Apologie, besonders cc. 14, 26 und
30. Aus Herodot I, 65 hat er die Notiz über das dem Lykurgos
gegebene Orakel entnommen (vgl. wq scnjie eq tb piyapov mit
§. 15 s!q T3V vabv ewiovTa), aus Platons Kriton die über den
Versuch den Sokrates heimlich aus dem Gefängnisse zu entführen
(vgl. Crit. c. 4 mit §. 23 sw&stjiai). Im Einzelnen
zeigt er sich meistens von Xenophon abhängig, den er
häufig wörtlich ausschreibt, noch häufiger aber paraphrasiert,
wobei er sich Ungeschicklichkeiten aller Art, besonders Uebertreibungen
zu Schulden kommen lässt. Auch an solchen Stellen,
wo er nicht bestimmte Sätze nachbildet, zeigt sich das Bestreben
den Stil Xenophons nachzuahmen. Daneben entlehnt
er mehrfach Phrasen und Wendungen aus Platons Apologie,
z. B. §. 2 biaipöq te rjv . . . -/.ai eqifyyeiXe aus c. 5 sxaTpo? vjv . . .
etatpoc te y.ai auvapuye, anderes scheint er aus Herodot und
Thukydides entnommen zu haben. Alles dies zeigt ihn uns
als einen Menschen von beschränktem Geiste und massiger
Lectüre. Wahrscheinlich haben wir es mit einem jungen Manne
zu thun, der sich hier zum ersten Male in einer grösseren
Schrift unter Anleitung eines Lehrers versuchte.
Dass es auf keine Fälschung abgesehen war, habe ich
am a. a. 0. gezeigt. Die Schrift kam ohne den Namen ihres
Verfassers ins Publicum und wurde dann eben wegen ihrer
vielfachen Uebereinstimmung mit den Apomnemoneumata dem
Xenophon zugeschrieben. Man that dies um so lieber, weil man
nach dem Titel SwzpotTouq am'kofia. zpbq -ob: Sixaercä? in ihr gerade
so wie im Symposion ein Gegenstück zu einem Platonischen
Dialoge zu haben glaubte. Jedenfalls war sie, wie aus Diog.
Laert. II, 6, 13 erhellt, schon um die Zeit des Demetrios von