Xenopliontische Studien.
161
Wir kommen nun zu den Lücken, von welchen wir
wieder die grösseren zuerst besprechen wollen. Bevor wir aber
zu der ersten (I, 12) übergehen, scheint-es nothwendig die
Worte o guv KaXXtoc? ä-/.oüaa; xauxa etrav, AXXa pivxoi, a> avopsc,
aic^pbv ■(£. cpOovvjaat • dcko) ouv . y.ai ap.a äiciäßXei|>sv ei? xbv
AuxoXuxov, SijXov oxi eictaxoicüv xi exefvco Soijsts xb xy.wij.u.a sivai,
welche so viele verkehrte Erklärungen erfahren haben, kurz zu
behandeln. Philippos hatte im Vorhergehenden das, was er
wünschte, ganz offen ausgesprochen; er wollte für sich ein
Sswuvov. für seinen Burschen ein apiuxov, auch hoffte er bei dem
Seticvov noch ijevia zu erhalten; denn darauf deuten die Worte
ota xs xb ffispstv p.vjSbv hin. Kallias antwortet auf seinen Witz
wieder mit einem Witze: Es wäre recht schmutzig, wenn wir
ihm nicht einmal Quartier geben wollten; er möge daher nur
eintreten. Wir sehen, dass cxsyvi? eng mit sicixw zusammenhängt.
Quartier ist das Mindeste, was die Gastfreundschaft
gewährt. Die Sache wird gleich klar, wenn man das artige
Epigramm des Lukillios (Anth. Pal. XI, 391) vergleicht:
Möv ’Acy.A^Tuäov;? 6 cpiXapyupoi; etosv sv oixw,
y.ai Ti xoidq, tpvjatv, «tXxaxs p.ü, ratp’ sp.ot,"
yjou 8’ 6 [Xog yßXdmq, Mvjoev, ®£Xe, ®Y]a£, ^joßvjövj?*
ouy\ xpocpvji; -xapä aot •/pvj^op.ev, äXXa p.ovvj?.
Man sieht, was die Maus verlangt, nämlich bloss Quartier,
nicht Zehrung, was um so begreiflicher ist, als der Hausherr
sich selbst nichts gönnt. Das ist also der Witz des
Kallias, der dabei den Autolykos anschaut, um zu sehen, ob
ihm dieser Witz ein Lächeln abgelockt habe. Denn obwol
Kallias seine Ilede an alle richtet (Ci avSpeg), so ist sie doch
eigentlich für Autolykos (ezslvw) berechnet, vor dem der eitle
Kallias um jeden Preis glänzen will. Es entsteht nun die
Frage, ob die folgenden Worte o oe amq e~i xtp ävopöyt . . . sich
passend an das Vorhergehende anschliessen. Da der Name
des Philippos in dem Satze y.ai äp.a . . . etvai nicht genannt ist,
so müsste man, um 5 oe auf ihn zu beziehen, annehmen, dass
jener Satz eine Art Parenthese bildet, um 6 ob auf eiotxio
beziehen zu können. Eine solche Annahme hat aber immer
ihr Missliches; ich möchte daher eher vermuthen, dass nach
elvat einige Worte ausgefallen sind, in welchen berichtet wurde,
wie die Diener den Philippos einführten, etwa y.ai ev xo6xw
Sitzungsber. d. pliil.-liist. CI. LXXXIII. Bd. II. Hft. 11