Bergmann. Eine Sarcophaginschrift aus der Ptolemäerzeit.
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Eine Sarcophaginschrift aus der Ptolemäerzeit.
Von
Dr. E. von Bergmann,
Custos am k. k. Münz- und Antiken-Cabinete.
ln der k. k. ägyptischen Sammlung im unteren Belvedere
befindet sich der Sarcophag des Panehemisis, Priesters des
Num-Rä, ein Fundstück des Pyramidenfeldes von Saqqarah.
Aus schwarzgrauem Kalksteine in Mumienform mit trefflich
ausgeführter Gesichtsmaske gearbeitet, bietet dieses Monument
ein Muster ägyptischen Kunststiles aus Ptolemäerzeit, dessen
Werth durch zahlreiche sorgfältig eingemeisselte figuralische
Darstellungen und Inschriften, welche die Aussenseite bedecken,
noch erhöht wird. Bilder wie Texte beziehen sich auf das Leben
der Seele nach dem Tode, auf die verschiedenen Gottheiten
und Zonen der Unterwelt und auf den nächtlichen Lauf der
Sonne in der unterirdischen Hemisphäre. Ein reicher, mannigfalti
ger Inhalt zeichnet zumal die zum Theil in schwungvoller
Sprache abgefassten Schriftstücke ebenso sehr wie ihr eigentümlicher
Schriftcharakter aus. Wir begegnen nämlich hier
jenen seltsamen graphischen Spielereien der späten Zeit, die,
eine Rebusschrift zu nennen, einerseits zwar vielfach das Verständniss
erschweren, andererseits aber wichtige Aufschlüsse und
Belege für den Lautwerth der hieroglyphischen Zeichen geben.
Unter den vielen Texten des Sarcophages, welche sämmtlich,
sofern sie nicht Kapitel des Todtenbuches enthalten, unedirt
sind, verdienen zwei vorzugsweise Beachtung. Der eine
dieser Texte, auf der Unterseite des Sarges befindlich, enthält
ein Verzeichniss der Nachtstunden, während welcher die Sonne
ihren unterirdischen Lauf zurücklegt und die Namen ihrer Gottheiten.
Werthvoll durch mehrfache Varianten hat diese Stundenliste
bereits in einem Aufsatze Prof. Dümichen’s (Zeitschi - , für