Der Portulan des Infanten und naelimaligen Königs Philipp II. von Spanien. 557
Mit dieser Zeichnung stimmen genau die Angaben des
uns glücklicherweise erhaltenen Schiffs-Tagebuches von Francisco
Albo überein. 1
Auf der westlichen Hemisphäre ist der Schiffscurs auf
unserer Karte bezeichnet als ,el uiazo per andar ale maluche/
und auf der östlichen ist die Notiz beigeschrieben ,el
tornar dale maluche'.
Diese Inschriften erinnern lebhaft an' einen Ausdruck,
der in den Acten der berühmten Piloten- und Kosmographen-Junta
zu Badajoz im Jahre 1524 vorkommt. Dort wird die
— uns leider nicht mehr erhaltene — Karte, welche Del Cano
von der ersten Erdumsegelung auf der Victoria, dem einzig
übrig gebliebenen Schiffe der Magalhaes’schen Flotte, nach
Hause gebracht, als ,carta de la navegacion de Castilla hasta
los Malucos* bezeichnet. 2 Diego Kibero, der an der genannten
Junta selbst theilgenommen, und die Karte des Del Cano
unzweifelhaft kannte und benützte, notirt auf seinem mehrfach
erwähnten ,padron reaP zu den Schiffen, welche durch die
Strasse des Magalhaes westwärts segeln: ,voyamaluco‘, und
zu den vom Cap der guten Hoffnung nach Spanien fahrenden:
,vengo de malucoh
Unter den Theilnehmern an der Magalhaes’schen Expedition,
denen es gegönnt war, nach so vielen Gefahren und Abenteuern
die heimatlichen Gestade wieder zu erreichen, befanden
sich auch mehrere Italiener; so Leone Pancaldo aus Savona
und vor Allem Antonio Pigafetta aus Vicenza, dem wir
bekanntlich eine anziehende Beschreibung der Fahrt verdanken.
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass trotz der eifersüchtigen
Wachsamkeit der Spanier eine oder die andere der auf der
Fahrt gewonnenen Karten ihren Weg nach Italien gefunden. 3
1 M. Fernandez de Navarrete ,Coleccion de los viages y descubrimientos,
que hicieron por mar los Espanoles desde fines del siglo XV‘. Madrid 1837.
Tomo IV. p. 209 ff.
2 M. F. Navarrete, 1. c. IV. p. 364.
3 Auch nach Deutschland gelangte schon bald nach der Rückkehr der
Victoria eine Karte, welche die'Fahrt des Magalhaes verzeichnet enthielt.
Wir erfahren das aus einer überaus seltenen (mir ist nur das eine Exemplar
auf der k. k. Hof-Bibliothek in Wien bekannt) Flugschrift des
Kosmographen Johannes Schoner: ,De nuper sub Castiliae ac Portugaliae
regibus serenissimis repertis insulis ac regionibus 1 . Timiripae
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