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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Wiese  r.

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in  hypothetischer  Weise  mit  demselben  in  Verbindung.  Eine
bestimmte,  wissenschaftlich  begründete  Ansicht  aber  über  die
Herkunft  des  Kartenwerkes,  sowie  eine  eingehendere  Würdigung
desselben,  ist,  soweit  ich  sehe,  bis  jetzt  nicht  in  die  Oeffentlichkeit
  gelangt. 1
Durch  einen  glücklichen  Zufall  war  es  mir  gegönnt,
unseren  Portulan  einer  genaueren  Untersuchung  zu  unterziehen
und  mit  anderen  Compasskarten  auf  verschiedenen  Bibliotheken ­
  Deutschlands  und  Italiens  zu  vergleichen.  Professor
Dr.  K.  Fr.  Stumpf-Brentano,  der  bekannte  Geschichtsforscher, ­
  hat  nämlich  den  Atlas,  das  bedeutende  historische
Interesse  desselben  erkennend,  schon  vor  längerer  Zeit  photographiren
  lassen,  und  seiner  liebenswürdigen  Freundlichkeit
verdanke  ich  ein  vortreffliches,  völlig  verlässliches  Facsimile.
Bei  dem  lebhaften  Interesse,  das  dem  Portulan  allenthalben
entgegengebracht  wird,  dürfte  es  vielleicht  nicht  unwillkommen
sein,  wenn  ich  über  einige  wichtigere  Ergebnisse  meiner  Studien
kurz  referire.
Um  sofort  zur  Beantwortung  der  sich  unmittelbar  aufdrängenden ­
  Fragen  nach  dem  Verfasser,  sowie  nach  Zeit  und
Ort  der  Anfertigung  überzugehen,  so  können  wir  dieselbe  kurz
in  folgenden  Satz  zusammenfassen:
Der  Portulan  ist  in  Venedig  von  Giov.  Battista
Agnese  aus  Genua  gemacht  worden,  und  zwa  höchst
wahrscheinlich  im  Jahre  1548.
Nach  Italien  als  der  Heimat  des  Werkes  weist  schon
die  Sprache  der  Karten-Legenden,  welche,  mit  Ausnahme  jener
Partien,  wo  der  Zeichner  fremde  Originale  vor  sich  hatte,
durchaus  italienisch  ist.  Die  entschieden  dialektische  Färbung
der  Sprache  ermöglicht  es  sogar,  den  Kreis  des  muthmasslichen
Entstehungsgebietes  noch  etwas  enger  zu  ziehen.  Sehr  viele
Ausdrücke  und  Wortformen  zeigen  nämlich  ganz  unverkennbar
venetianischen  Charakter, 2  und  wir  werden  daher  die

1  Vergleiche  dagegen  unten  die  ,Nachschrift 4 .
2  Z.  ß.  ,el  streto  Zibeltel 1  —  ,el  viazo 1  —  ,san  ziorzi 1  —  y san  zulian 1
y ftan  zuane t  —  ,arcavzelo l  —  ,c.  de  croxe 1  —  y noxe l  —  ,uxenti 1
,pasqua,Iigo l  —  gnia 1  (=  miglia)  etc.  etc.  Speciell  der  Ueborgang  des
            
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