Der deutsche Kaiser und der letzte deutsche Papst.
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siegreiche Vordringen der Franzosen in Oberitalien fielen auf
Einen Tag zusammen.
Rom befand sieb in den Händen der Spanier. Um Unruhen
vorzubeugen, batte Ferdinand de Silva, Capitän der Leibwache,
einige Unterthanen des Herzogs von Camerino, der
zur französischen Partei gehörte, im Castell festsetzen lassen.
Spanier umgaben die Leiche Adrians, als sie in Pontificalgewändern
in den zweiten Hof des Palastes gebracht und dort
vor Allen ausgestellt wurde, Don Fernando de Silva, Don Bartolomeo
Cueva, Sohn des Herzogs von Albuquerque und später
Cardinal, Don Pietro Pacieco, Sohn des Don Alfonso Tellez,
Grafen von Puebla de Montalvan, später Cardinal, Don Roderigo
Mendoza, später Bischof von Salamanca. 1 In der Nacht
wurde die Leiche in aller Stille in die Capelle des Palastes
gebracht und dort bewacht, endlich am 15. September feierlich
nach St. Peter gebracht, dort die Messe gelesen und nach Beendigung
der Exequien bis Abends in der Basilica gelassen.
Man beobachtete eine alte Sitte, der zufolge die römischen
Matronen an diesem Tage sich ohne Erlaubniss ihrer Männer
und ohne Rücksicht auf jene Tage, welche im Ehecontracte
bestimmt wurden, dass sie an ihnen ausgehen konnten, nach
St. Peter begeben durften, den Fuss des Papstes zu küssen.
In der Nacht wurde sodann die Leiche in die Capelle der
Domherren von St. Peter getragen; als sie aber bereits so aufgedunsen
war, 2 dass sie an Alexander VI. erinnerte, der an
Gift gestorben war, so wurde von dem Capelldirector laut behauptet,
Adrian sei an Gift gestorben. Sogleich entstand ein'
heftiger Streit, da die Spanier den Niederländern vorwarfen,
sie hätten nicht die gehörige Sorgfalt geübt, Franzosen statt
Spanier in die Küche zugelassen, sie seien Schuld am Tode
des Papstes, eine Vermuthung, welche durch die Vergiftung
Prosper Colonna’s noch vermehrt wurde und die endlich zur
Secirung des Cadavers führte.
1 Das Erste was die Cardiniile nach dem Tode Adrians beschlossen, war
die Freilassung ihres Colleg-en, des Cardinais Soderini. Lope Hurtado
an den Kaiser. Calend. II. p. 605. 606. Man befürchtete ein Schisma,
wenn es nicht geschehe.
2 Cum vivens esset aspeetu pulcherrimus. Itin.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. LXXXII. Bd. III. Hft. 32