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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Höfler.

dem  Kaiser  hinterbracht  werden;  er  erfuhr  (am  23.  August),
dass  Adrian  sich  für  den  Bund  ausspreche  und  erbot  sich  auf
dieses  zu  allem  Guten, 1  zur  Publication  des  Wormser  Edictes
gegen  Dr.  Martin  Luther 2  und  wie  er  bereits  dessen  Anhänger
in  Belgien  habe  hinrichten  lassen. 3  Er  weist  aber  den  Botschafter, ­
  die  Vicekönige  und  Feldherren  zu  neuer  genauer  Correspondenz
  an.  Die  Vorbereitungen  zum  Feldzuge  waren  getroffen, ­
  die  englischen  Truppen  wurden  für  den  Contiuent
eingeschifft;  ein  grosser  Schlag  stand  in  Aussicht. 1  —  Der  Papst
hatte  endlich  Stellung  genommen.  Er  hatte  Venedig  aufgefordert,
Gesandte  nach  Rom  zum  Abschlüsse  einer  Liga  zu  senden.  Er
verlangte  am  19.  Juli  mit  dem  Vicekönige  von  Neapel  zu  unterhandeln, ­
  für  welchen  er  mehr  Sympathien  besass  als  für  den
Pierzog  von  Sessa.  Als  dieser  am  24.  Juli  in  Rom  angekommen
war,  eröffnete  ihm  und  dem  Herzoge  der  Papst,  welche  Gefahr
Italien  von  Seiten  der  F’ranzosen  drohe  und  dass  für  diesen
Fall  der  Vicekönig  das  Commando  über  die  sämmtliehe  italienische ­
  Armee  erhalten  solle; 5  denn  nur  unter  dieser  Bedingung
würde  sich  der  Herzog  von  Mantua  als  päpstlicher  Obercommandant
  fügen.  Als  der  Vicekönig  zögerte,  diese  Würde  anzunehmen, ­
  bestand  der  anwesende  Cardinal  von  Medici  darauf,
er  solle  das  Commando  interimistisch  annehmen,  wozu  sich  der
Vicekönig  bereit  erklärte.  Jetzt  war  von  dem  weiteren  Vertrage
die  Rede,  der  dem  Cardinalscollegium  vorgelegt  werden  sollte.
Unterdessen  wurde  in  Valladolid  an  einer  Art  von  Manifeste ­
  gearbeitet.  Am  4.  August  erfolgte  der  Vertrag  des  Herzogs ­
  von  Bourbon,  der  Schwager  Kaisers  Karl  werden  sollte,
mit  diesem.  Am  22.  aber  setzte  ein  kaiserliches  Schreiben
auseinander,  warum  Karl  der  Aufforderung  zu  einem  Waffen-1
  Come  hijo  muy  obediente  y  observantissimo.
2  Valladolid  23.  Aug.  1523.  Lettres  p.  XIX.
3  22.  Aug.  Gacli.  p.  275.  Vergl.  aucli  das  Schreiben  vom  25.  Aug.  (p.  LIV)
voll  Artigkeit  an  Adrian.  Es  wird  ihn  nicht  mehr  lebend  getroffen  haben.
4  Der  Kaiser  hoffte,  wie  es  scheint,  Bayonne  zu  überraschen  und  zögerte
in  Folge  geheimer  Verabredungen  loszuschlagen.  Dann  kamen  die  Truppen
der  spanischen  Granden  nicht  zu  gehöriger  Zeit  zusammen,  was  auch
der  englische  Gesandte  in  Spanien  beklagte.  Logronno  2.  Oct.  1528.
5  Nach  der  Darstellung  de  Leva’s  wollten  der  Cardinal  von  Medici  und  Don
Juan  Manuel,  der  hiebei  wieder  die  Hand  im  Spiele  hatte,  Prosper  Colonna
  von  der  hohen  Würde  ausschliessen.
            
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