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Hö fl er.
Seit Kaiser Karl den Gir. Adorno durch Marin Caracciolo
als seinen Botschafter ersetzt, verdoppelten sich die Bemühungen,
Venedig für den Kaiser zu gewinnen. Fast jeden Tag wurde
der Senat bestürmt, eine günstige Erklärung abzugeben. Allein
ebenso that die Partei im Senate, welche von dem Einbrüche
der Franzosen für Venedig das grösste Unheil gewahrte, das
Aeusserste, die Republik von einem Bündnisse gegen König
Franz abzuziehen, der ihr Brescia und Verona verschafft und
von dessen Feindschaft sie das Schlimmste besorgen musste.
Ohne den König von Frankreich sei alles Gleichgewicht in
Italien verloren und der Kaiser der Herr der Halbinsel, von
welcher aus er Griechenland erobern könne. Die Kaiserlichen,
schlecht bezahlt, drückten auf das Volk, so dass dasselbe
wieder sich nach der Herrschaft der Franzosen sehne. Andererseits
machte sich die Meinung geltend, dass, seit die Franzosen
in Italien alles bis auf Cremona verloren, das sich nicht halten
könne, ein Krieg mit dem Kaiser ein Unding sei, seit Mailand
einem einheimischen Prinzen übergeben, der Grund der Streitigkeiten
zwischen dem Kaiser und dem König in Betreff Italiens
beseitigt. Die Partei des Friedens mit dem Kaiser erlangte aber
unerwartete Verstärkung, als Gritti mit dem Nachdrucke seiner
Beredsamkeit und dem Ansehen seiner Würde, obwohl er bisher
als Franzosenfreund gegolten, nun mit Beseitigung seiner persönlichen
Sympathien sich für den Vertrag mit dem Kaiser
erklärte 1 und die Nachricht anlangte, der Papst sei der Liga
beigetreten, da der Einbruch der Franzosen bevorstehc. 2 Der
Friede und das Bündniss wurden abgeschlossen. 3 Der Doge
zog, mit der herzoglichen Krone auf dem Haupte, am Sonntage
den 2. August in die Kirche von San Marco, begleitet
von den Gesandten des Kaisers, des Königs von England,
Richard Pace, der erst jetzt an der feierlichen Procession Theil
nahm, als der französische Gesandte ausblieb, den Gesandten
des Königs von Polen, des Infanten, der Herzoge von Mailand,
Ferrara und Mantua, an der Spitze Aller der Legat Campeggio.
1 Storia Veneta p. 77, woselbst auch der Vertrag; enthalten ist.
2 Adrian hatte Mitte Juli der Signoria seine Absicht mitgetheilt, der Liga
beizutreten und dabei gewünscht, dass die Unterhandlungen in Rom und
in Venedig zu Ende geführt wurden. Bergenroth p. 572.
3 29. Juli.