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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Der  deutsche  Kaiser  und  der  letzte  deutsche  Papst.

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endlich  dieser  selbst  am  15.  Juli  die  Hilfe  Königs  Heinrich
an.  Die  Drohung  mit  dem  Schicksale  Papst  Bonifacius’  VIII.,
den  Wilhelm  Nogaret  auf  Befehl  König  Philipps  IV.  von  Frankreich ­
  in  Anagni  überfallen,  vermochte,  was  selbst  die  Verschwörung ­
  Soderini’s  nicht  vermocht  hatte..  Adrian  begann  für
seine  Freiheit  wie  für  sein  Leben  Besorgnisse  zu  hegen.  Vierzehn ­
  Tage  später  erfolgte  der  erste  entscheidende  Schritt.  Am
29.  Juli,  siebenundzwanzig  Tage  nachdem  König  Karl  und
König  Heinrich  sich  vertragsmässig  verpflichtet,  am  16.  August
Frankreich  von  der  Guienne  und  von  Boulogne  aus  zu  überfallen, ­
  kam  der  Vertrag  zwischen  Venedig,  dem  Kaiser  und
dem  Erzherzog  Ferdinand  zu  Stande.  Bereits  am  3.  Mai  waren
dazu  die  Grundzüge  in  Valladolid  gelegt  worden,  so  dass  jetzt
,unter  Zustimmung  und  Rath  Adrians'  und  seines  Legaten,  des
Bischofs  von  Feltre,  Thomas  Campeggio  der  Vertrag  stattfinden
konnte.  Die  Paciscenten  verpflichteten  sich  zu  gegenseitigem
Schutze  in  Betreff  des  freien  Handels  und  Wandels  auf  allen
ihren  Meeren  und  Gebieten.  Venedig  behielt  seinen  gegenwärtigen ­
  Besitzstand  auf  dem  festen  Lande  und  bezahlte  dem
Kaiser  binnen  acht  Jahren  200.000  Goldducaten.  Besondere
Bestimmungen  regelten  die  Rechtsverhältnisse  derjenigen,  die
früher  für  oder  gegen  Venedig  Partei  genommen.'  Auf  Betrieb
des  Infanten  Erzherzogs  und  des  Herzogs  von  Mailand  wurde
unter  den  italienischen  Staaten  noch  ein  besonderes  Vertheidigungsbündniss
  gegen  alle  Fürsten,  den  Papst  ausgenommen,
abgeschlossen  und  zwar,  wie  es  hiess,  war  die  Ausnahme  erfolgt, ­
  wegen  dessen  höchster  Güte  und  der  Unbescholtenheit
seines  Lebens.  1  Ihm  und  dem  Könige  von  England  sollten
als  Conservatoren  dos  Bündnisses  die  Ehrenplätze  reservirt
sein,  fünf  Monate  lang  noch  italienischen  und  nicht  italienischen
Fürsten  und  Staaten  der  Beitritt  zum  Bündnisse  offen  stehen. 2
Nach  den  venetianischen  Berichten  über  die  geheimen
Berathungen  im  venetianischen  Senate  3  erklärte  sich  Luea  Trono
1  pro  ejus  summa  bonitate  et  vitae  integritate.  Der  schönste  Sieg,  den
der  Papst  feiern  konnte,  lag  in  dieser  Anerkennung.
2  Codex  Bibi.  Foscar.  p.  313.  Ms.  De  exarchatu  Italiae  et  juribus  Romanae
ecclesiae  amplificatis  gratuita  donatione  aut  restitutione  ipsorum  Romanis
pontificibus  facta.  Ex  libello  P.  Hadriano  P.  VI.  Romae  oblato.
3  Storia  Veneta  p.  63—66  ms.
            
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