Der deutsche Kaiser und der letzte deutsche Papst.
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Diener auch nur einen Ducaten annehme, so würde er ihn entlassen.
1 Der Botschafter höhnte ihn in seinem Bericht und
bedauerte nur, dass Zisterer, welcher selbst in seiner letzten
Krankheit noch bei nächtlicher Weile sich aus dem päpstlichen
Palaste zu dem spanischen Gesandten begeben, ihm die Geheimnisse
seines Herrn zu verrathen, gestorben sei. Man möge
ihm heimlich Geld schicken für den ersten Kammerdiener des
Papstes, für Francisco, Theodorich und den Beichtvater Adrians.
Lope Hurtado, welcher täglich bei dem Papste war und der
auch das Geschäft der Bestechung schon in Spanien eingeleitet
hatte, übersandte endlich am 5. Mai die ganze Liste des päpstlichen
Plaushaltes (famiglia), die belohnt werden müsste, der
cameriero, der credenciario, der majordomus, der cubicolario,
der Beichtvater, der Barbier und Caplan, ein Pietro di Roma
und ein Jan von Antwerpen. Die spanische Politik war so
aufmerksam, auch den Geringsten nicht zu übergehen. Was in
der Umgebung des Papstes bestochen werden konnte, war bestochen
und die spanischen Ducaten nahmen jetzt ihre Wanderung
unmittelbar in den vaticanischen Palast. Nur Papst
Adrian selbst blieb hievon unberührt, und war von der grossen
Liga die Rede, so jammerte er, er könne schon deshalb nicht
beitreten, weil er absolut kein Geld besitze. Er war ja Nachfolger
Leo’s X.!
So sehr jetzt auch der Kaiser in den Herzog von Sessa
und den Vicekönig von Neapel drang, in Betreff Adrians das
Unmögliche zu leisten, so arbeitete ihm jedoch Niemand besser
in die Hände als König Franz selbst. Noch schien der Ernst
des Papstes auf den König in günstiger Weise einzuwirken.
Er beschloss, den Bischof von Bayeux und den maitre des
requets, des Boches, mit Vollmachten nach Rom zu senden,
die Instructionen des Cardinais von Auch zu erweitern, einen
Frieden oder Waffenstillstand abzuschliessen. So hiess es.
Allein der Erzbischof von Bari machte Wolsey aufmerksam,
dass es gar nicht in der Absicht des Königs liege, einen längeren
als dreimonatlichen Waffenstillstand abzuschliessen
und nur diesen durch seine Gesandten verlängern zu lassen.
Er wolle nur Jene hiemit täuschen und ebenso auch den Papst,
1 11. April 1523.