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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Hofier.

Papste  das  Amt  eines  Vermittlers.  Ihm  sollten  die  Castelle  von
Mailand  und  Cremona,  die  Städte  und  Festungen  von  Fuentarabia
und  Ilesdin  für  die  Zeit  des  Waffenstillstandes  übergeben
werden.  Dasselbe  solle  mit  Tournay  geschehen.  Der  Waffenstillstand ­
  sollte  drei  Jahre  oder  doch  so  lange  als  der  Krieg
mit  den  Türken  dauern.  Karl  wünschte  ferner  von  den  Verpflichtungen ­
  des  Windsor-Vertrages  mit  König  Heinrich  (letzterem ­
  jährlich  135.000  G-oldthaler  zahlen  zu  müssen)  durch
den  Papst  befreit  zu  werden  und  verlangte  dazu  Adrians  Vermittlung. ­
  Ebenso  Aufhebung  aller  geistlichen  Censuren  für
die  Fürsten,  die  sich  am  Türkenkampfe  betheiligen  würden,
Einwirkung  des  Papstes  auf  die  Schweizer,  Gewährung  der
spanischen  Quarta,  endlich  selbst  Einreihung  tüchtiger  B  ettelmönche
  in  das  Heer.  Da  der  Papst  nach  einer  Correspondenz
in  Ziffern  sich  sehr  starker  Ausdrücke  gegen  Kaiser  Karl  bedient ­
  hatte, 1  sollte  der  Botschafter  ihn  besänftigen.  Weitere
Aufträge  bezogen  sich  auf  die  Rechte  des  Reiches  an  Modena
und  Reggio  und  das  Project  einer  bloss  defensiven  Liga,  sowie
eines  Waffenstillstandes  im  Mittelmeere.  Letzteren  verwarf
Karl  ganz,  da  er  nur  den  französischen  Corsaren  Vorschub  leiste.
Zuletzt  kam  noch  eine  Rechtfertigung  des  Benehmens  Don
Juan  Manuels,  der  endlich  (März  1523)  nach  Valladolid  gekommen ­
  war  und  dessen  Befreiung  von  den  kirchlichen  Censuren ­
  jetzt  Karl  wünschte.
Es  lag  dem  Kaiser  unendlich  viel  daran,  den  Papst  umzustimmen; ­
  aber  die  Vorschläge,  welche  die  Denkschrift  enthielt, ­
  waren  im  Ganzen  doch  nichts  anders  als  eine  Reihe  von
Vortheilen,  welche  sich  Karl  ausbedingte,  gleich  als  wäre
Ilhodus  nur  untergegangen,  damit  er  dem  Papste  eine  Rechnung ­
  stellen  und  sich  noch  grössere  Vortheile  aus  dem  allgemeinen ­
  Unglücke  erholen  könne.
Am  21.  April  erhielt  der  Herzog  neue  Aufträge.  Er  solle
auf  Dietrich  Hezius,  der  bei  dem  Papste  so  viel  gelte,  einwirken, ­
  ihm  vorstellen,  dass  er  ein  Unterthan  Kaiser  Karl  s
sei,  der  Papst  lebe  nicht  ewig,  die  Fürsten  besässen  aber  viele
Mittel,  diejenigen  zu  bestrafen,  die  ihnen  nicht  dienten,  und
die  Gewohnheit,  geleistete  Dienste  zu  belohnen.  Hezius  möge

1  que  nuestras  cartas  no  son  maduramente  digestas.  Gachard  p.  183.
            
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