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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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II  6  fl  o  r.

Franzosen  zu  Gute  kam,  heraustreten  zu  machen  und  ihn  zum
Anschlüsse  an  das  spanisch-englische  Bündniss  zu  bringen.  Allein
diesem  Begehren  setzte  Adrian  im  Anfänge  des  Jahres  1523
einen  Widerstand  entgegen,  der  Karl  V.  höchlich  erzürnte.
Während  Jedermann  geglaubt  hatte,  Adrian  werde  sich  unbedingt ­
  an  Kaiser  Karl  anschliessen,  war  das  Gegentheil  erfolgt.
Aber  nicht  bloss  dass  der  Papst  als  franzosenfreundlich  galt,
es  hatten  auch  Castillaner,  welche  dem  Blutgerichte  nach  Unterdrückung ­
  des  Aufstandes  der  Comuneros  entronnen  waren,
sich  nach  Rom  geflüchtet  und  dort  Aufnahme  gefunden.  Der
Herzog  von  Sessa  erhielt  daher  den  Auftrag,  zu  bewirken,  dass
sie  sich  von  da  entfernten  und  sie  sodann  zu  ergreifen,  und
ohne  Aufsehen  nach  Neapel  in  Gewahrsam  zu  bringen.  Ja  der
Gesandte  musste  ein  päpstliches  Breve  sich  verschaffen,  um
den  Proeess  gegen  den  Bischof  von  Zamora,  denselben,  dessen
Freilassung  Adrian  begehrt,  führen  zu  können,  und  als  in
diesem  die  Anwendung  der  Tortur  nicht  gestattet  war,  erklärte
es  Kaiser  Karl  für  nicht  hinreichend.  Sessa  sollte  ein  anderes
erwirken,  das  den  Erzbischof  von  Granada  und  den  Bischof
von  Ciudad  Rodrigo  ermächtige,  den  Bischof  der  Tortur  zu
unterwerfen,  damit  durch  dieselbe  der  Bischof  zur  Bekenntniss
der  Wahrheit  gezwungen  werde. 1  Der  Kaiser  beschwert  sich
wiederholt,  dass  der  Papst  sich  über  die  spanischen  Minister
beklagte,  welche  in  den  Unterhandlungen  mit  ihm  auf  seinen
Willen  nicht  achteten,  während  doch  diese  seine  Diener  ihm
nach  dem  besten  Willen  dienten  und,  wie  er  selbst  dem  päpstlichen ­
  Nuntius  Don  Bernardo  Pimentei  gesagt,  sehr  eifrige
Diener  Sr.  Heiligkeit  seien.  Die  Minister  des  Papstes  aber
suchten  auf  diesen  einzuwirken,  damit  er  nicht  zu  willfährig
sei,  indem  sonst  der  Kaiser  dem  Papste  nichts  zu  regieren
übrig  lasse  als  den  Kirchenstaat.  Wenn  wir  aber,  setzte  Kaiser
Karl  bei,  nach  der  Tyrannei  streben  würden,  so  hätten  wir  sie
vor  und  nach  der  Wahl  Sr.  Heiligkeit  ausüben  können,  was
der  Papst  wohl  beachten  möge.  Er  trug  dem  Botschafter  noch
auf,  sich  den  Gerüchten,  als  stünde  er  (Karl)  hinter  seinem

1  Si  esto,  heisst  es  in  der  Depesche  vom  10.  Jänner  1523,  no  hiziesse  Su
Beatitud  sera  nos  forqado  proveherlo  otramente  por  los  mejores  (<h  ä.
die  schärfsten)  medios  que  vieremos  convenyr.  Lettres  n.  IV.
            
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