Der deutsche Kaiser und der letzte deutsche Papst.
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gerathen, so hatte er nur ausgesprochen, was dem Papst als
solchem zukam. Carvajal stellte aber dieses in Abrede; er
erklärte, dass er nichts so sehr wünsche, als die Vergrösserung
der Macht Karls, die Demüthigung Frankreichs. Nicht früher
werde ein allgemeiner Krieg gegen die Türken und der Frieden
in der Christenheit möglich, als bis das französische Königthum
an Kaiser Karl und König Heinrich Alles herausgegeben,
was es Beiden gestohlen habe. Doch gab Carvajal zu, dass
vielleicht einige seiner Diener so gesprochen haben konnten;
er habe sie jedoch bereits entlassen. 1 ,Der Kaiser wusste, dass
Adrian von den Käthen des Kaisers eine möglichst schlechte
Meinung habe; er war in Spanien immer im Kampf mit ihnen
gewesen. Adrian hatte nie noch ein Hehl daraus gemacht,
dass er Don Manuel für seinen persönlichen Gegner halte.
Auch Manuel kannte diese Stimmung Adrians. Nichtsdestoweniger
schrieb er am 8. October dem Kaiser, 2 er habe trotz
der in Rom herrschenden Pest oft mit dem Papste über dessen
Privatangelegenheiten gesprochen und es scheine ihm, dass
Adrian grosse Stücke auf ihn halte. Adrian habe ihm für seine
Rathschläge gedankt. Allein er sei so schwach und unentschlossen,
dass er, was er ihm gerathen, nicht thun werde. In
den italienischen Angelegenheiten sei er vollständiger Ignorant,
sowie in dem, was sonst in der Welt vor sich gehe. Seine
Schwäche und Halbheit würden nicht zugeben, etwas für den
Kaiser zu thun. Weder Karl, noch der König von England
könnten auf ihn rechnen. Schon in Spanien habe Adrian sich
in geheime Unterhandlungen mit dem Könige von Frankreich
eingelassen. Er selbst könne es nicht über sich gewinnen, so
einem Papste (für Neapel) Obedienz zu leisten; das könnten der
Vicekönig von Neapel und der Pierzog von Sessa thun. Enkenvoert
sei in Betreff seines Wissens wie seines Charakters eine
armselige Persönlichkeit; diesem vertraue der Papst. Der Botschafter,
unendlich übel gelaunt, dass Adrian seine Rathschläge
nicht angenommen, führt schliesslich an, der Zelter für Neapel
sei, sowie der Lehenszins übergeben worden, der Papst habe
darüber eine kindische Freude gehabt und den Kaiser hoch
1 Bergenrotli II. p. 480.
2 Bergenrotli II. ji. 483.