Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

424

Ilöfle  r.

sich  jetzt  um  einen  diplomatischen  Feldzugsplan  zur  Beruhigung ­
  Italiens.  Dazu  diente  zuerst  die  Festhaltung  Genuas,
dann  zu  verhindern,  dass  die  Schweizer  sich  nicht  für  Frankreich ­
  erklärten,  endlich  die  Gewinnung  Venedigs,  womit  der
Friede  in  Italien  gesichert  sei.  Der  Kaiser  bat  daher  Adrian,
seinen  Nuntius  bei  den  Schweizern,  den  Bischof  von  Veroli,
zu  vermögen-,  die  Bemühungen  des  kaiserlichen  und  englischen
Gesandten  sowie  des  Herzogs  von  Mailand  zu  unterstützen.
Das  Gleiche  möge  mit  Girolamo  Adorno  geschehen,  um  die
Venetianer  in  den  Bund  hineinzuziehen,  und  endlich  möge  dem
Herzoge  von  Ferrara  die  Investitur  mit  Ferrara  von  Selten  des
Papstes,  mit  Modena  und  Reggio  von  Seiten  des  Reiches  gewährt ­
  werden,  wobei  Karl  berechnete,  dass  man  noch  2—  300.000
Ducaten  für  das  allgemeine  Beste  gewinnen  könnte. 1  Die  Antworten ­
  Adrians  beziehen  sich  regelmässig  auf  das,  was  seiner
Ueberzeugung  nach  Spanien  am  besten  frommt,  sowie  auf  die
allgemeine  Lage  der  Christenheit.  Er  hat  zwar  die  Stelle  eines
Gouverneurs  aufgegeben;  seine  Rathschläge  sind  aber  fortwährend ­
  die  des  treuen  Haushalters  der  spanischen  Krone.  Je
mehr  er  aber  selbst  das  Interesse  Spaniens  im  Auge  hat,  desto
mehr  sucht  er  Kaiser  Karl  für  die  Erfüllung  der  allgemeinen
Pflichten  zu  gewinnen.  Er  schreibt  (30.  September) 2  an  Kaiser
Karl,  er  sei  bereit,  sein  Blut  für  die  Erhaltung  von  Rhodos
zu  verspritzen  und  fordert  ihn  auf,  Hilfe  zu  bringen.  Er  schreibt
ihm  in  Antwort  auf  Karls  Briefe  vom  7.  September  (am
gleichen  Tage,  30.  September), 3  dass  er  im  Interesse  der  Christenheit ­
  nur  Eines  kenne,  Frieden  zwischen  Kaiser  Karl  und
König  Franz,  und  bedauert,  wenn  diese  seine  Absichten  in
Spanien  missverstanden  würden. 1  Wollte  er  aber  auch  sich  an

1  Der  Papst  wollte  jedoch  seinerseits  nur  mit  grosser  Vorsicht  an  diese
Sache  gehen,  damit  den  Rechten  der  Kirche  kein  Eintrag  geschehe.
Gacli.  p.  130.
2  Gach.  p.  XL.
3  Gach.  p.  XLI.
4  Es  folgt  dann  in  der  Correspondenz  ein  kleiner  Brief  Adrians  an  Kaiser
Karl  vom  11.  October  und  hierauf  eine  Antwort  auf  Karls  Brief  vom
26.  September  (27.  September  ?)  in  Betreff  des  Herzogs  von  Ferrara  und
der  Passage  französischer  Schiffe  nach.  Rhodus.  Adrian’s  Schreiben  ist
vom  31.  October.  Gach.  p.  XLIII.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.