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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Hofier.

Reichsritter,  Latte  sich  der  Kaiser  zu  benelimen  und  wollte
Kaiser  Karl  die  drohende  Revolution  ausbeuten,  die  religiöse
Bewegung  in  die  politische  verkehren,  er  durfte  sich  nur  mit
Franz  und  den  Reichsrittern,  des  Kaisers  freien  Knechten,
verständigen  und  die  oligarchische  Verfassung  Deutschlands
war  umgestürzt.  Als  der  Kaiser,  von  allen  Seiten  gedrängt,
nach  Spanien  zurückzukehren,  um  es  nicht  von  den  Franzosen
zurückerobern  zu  müssen,  endlich  1522  den  Boden  Castilliens
wieder  betrat,  war  der  gänzlich  unerwartete  Umschlag  der
Dinge  schon  geschehen.  Erst  ward  durch  die  Granden  der
Aufstand  in  Castillien  niedergeworfen,  dann  Navarra,  dessen
sich  die  Franzosen  bemächtigt,  wieder  erobert,  dann  in  Italien
die  Franzosen  gleichfalls  geschlagen,  der  Gobernador  Spaniens,
der  Cardinal  von  Tolosa,  Adrian,  zum  Papste  gewählt  und  da
durch  mehr  als  es  seit  Jahrhunderten  der  Fall  gewesen,  die
Aussicht  eröffnet,  dass  die  volle  Einigkeit  des  Kaiserthums  und
Papstthums  in  allen  wichtigen  europäischen  Fragen  gewonnen,
die  französische  Politik  auch  in  den  kirchlichen  Angelegenheiten
aus  dem  Felde  geschlagen  werde.  Bereits  waren  die  Herzog  -
thümer  Mailand  und  Genua  durch  die  Kaiserlichen  erobert  und
wenn  nun  Venedig  und,  wie  zu  erwarten  war,  der  neue  Papst
dem  Bündnisse  gegen  Frankreich  beitraten,  so  war  letzteres
definitiv  aus  Italien  ausgeschlossen,  die  alten  Kaiserrechte  über
Italien  wieder  gewonnen,  dessen  natürliche  Verbindung  mit
dem  deutschen  Reiche  wieder  hergestellt;  die  grossartigste
Wiedererneuerung  des  alten  Kaiserreichs  stand  in  nächster
Zukunft  bevor.

Am  29.  August  1521  hatte  Sultan  Soliman  Belgrad  erobert. ­
  Die  Knechtung  Serbiens,  das  sein  trauriges  Schicksal
selbst  vorbereitet  hatte,  war  dadurch  für  Jahrhunderte  eine
vollendete  Thatsache  geworden.  Bosnien  hatte  sich  dem  Islam
in  die  Arme  geworfen  ;  der  moslemische  Slave  knechtete  hier
den  christlichen  und  der  Hass  beider  Theile  sicherte  daselbst
die  osmanische  Herrschaft.  Ungarn,  zum  grossen  Theile  das
Glacis  von  Belgrad,  harrte  des  osmanischen  Eroberers,  der  ,das
eine  Auge  der  Christenheit'  gewonnen,  als  dieser  sich  entschloss,
            
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