• Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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zehnjährigen Cyclus 1520—1539 sind die mittleren Neumonde
nach althergebrachter Weise durch die numeri aurei angegeben.
Um nun diese Angaben auch fernerhin brauchbar zu machen,
wendet Pitatus zwei Mittel an. Das eine beruht auf' der Thatsache,
dass nach je 304 Jahren die Erscheinungen des Mondjahres
um 23 St. 28 M. früher eintreten als die ihnen
entsprechenden des Sonnenjahres. Nach 304 Jahren, also im
Cyclus 1824—1843 erhält man aus den Angaben des Kalenders
die richtigen Neumonde durch Subtraction von 23 St. 28 M.,
und im Cyclus 2128—2147 durch Subtraction des doppelten
u. s. f. Nun muss aber Pitatus noch dafür sorgen, dass innerhalb
dieser grossen 304jährigen Cyclen in den andern 15 kleinen
Cyclen die Neumonde berechnet werden können. Während
Johannes de Gamundia gleich für 4 Cyclen die numeri aurei
im Kalender einschreibt, gibt Pitatus für jedes der 285 (304 — 19)
Jahre die Reductionszahl, die je nach der Stellung der Bissextilen
Jahre innerhalb der neunzehnjährigen Cyclen je dreimal
um 7 St. 28 M. steigt und je einmal um 16 St. 32 M. fällt,
bis sie durch das Uebergewicht der Steigerung über das Fallen
in 285 Jahren, d. i. am Ende des grossen 304jährigen Cyclus
zu 23 St. 28 M. angewachsen ist. Nach Ablauf des grossen
Cyclus müsste man dann bei einer Neumondsbestimmung für
das laufende Jahr das ihm entsprechende im abgelaufenen
Cyclus berechnen und die für dasselbe gegebene Reductionszahl
-f- der Reductionszahl des grossen laufenden Cyclus von
der Angabe des numerus aureus im Kalender abziehen.
So erhält auch Pitatus einen immerwährenden Kalender,
aber er macht dabei einen Fehler; er vergisst nämlich, dass
in drei centenaren Jahren die bissexti ausgelassen werden,
dass also noch ein complicirteres Verhältniss aufgestellt werden
müsste als jenes ist, welches einfach auf der ungleichmässigen
Vertheilung der bissextilen Jahre in den neunzehnjährigen
Cyclen beruht. Aus diesem Mondkalender hebt nun Pitatus
die Frühlingsneumonde heraus und berechnet für die Jahre von
1539—1805 die Ostertage, wobei er berücksichtigt, dass Aequinoctium
am 24. oder 25. März gemäss der von ihm vorgeschlagenen
Correctur zu stehen kommt.
Im zweiten Theile seines Werkes behandelt Pitatus die
Fi'age nach der Passio Chx-isti. Wie schon der Titel angibt,