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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Kaltenbrunner.

des  Alterthums  als  auch  die  in  der  Astronomie  so  bewanderten
Araber  dies  gethan  hätten.  Die  cyclische  Berechnung  des
Osterfestes  beibehaltend,  spricht  Pitatus  in  der  zweiten  Proposition ­
  zugleich  dem  Rechnen  nach  mittleren  Bewegungen  aus
denselben  Gründen  das  Wort.  Die  verschiedenen  ihm  zu  Gebote ­
  stehenden  Jahresansätze  (Ptolomäus,  Albategni,  Alphons
und  Copernicus)  glaubt  er  dadurch  am  besten  für  die  Reform
zu  verwerthen,  wenn  er  aus  ihnen  das  Mittel  zieht,  und  so  entscheidet ­
  er  sich  lieber  für  Alphons  als  für  Copernicus;  in  je
134  Jahren  sollte  also  1  Tag  ausgelassen  werden;  zur  grösseren
Bequemlichkeit  will  er  aber  von  je  4  centenaren  Jahren  3  zu
Gemeinjahren  erklärt  wissen,  was  bekanntlich  die  Gregorianische
Reform  auch  angenommen  hat.  Um  jetzt  wieder  den  Kalender
mit  den  Plimmelserscheinungen  in  Einklang  zu  bringen,  schlägt
er  vor,  14  Tage  aus  demselben  in  der  Weise  auszulassen,  dass
zwei  Jahre  hindurch  die  einunddreissigtägigen  Monate  dreissigtägig
  gesetzt  werden.  Er  will  also  den  Kalender  wieder  auf
den  Stand  zur  Zeit  Casars  bringen,  dabei  geniesst  er  allerdings
den  Vortheil,  dass  in  der  Reihe  der  Sonntagsbuchstaben  bis
zur  ersten  Auslassung  eines  Bissextus  nichts  geändert  wird.
In  der  dritten  und  vierten  Proposition  endlich  fasst  Pitatus ­
  seine  Vorschläge  in  Bezug  auf  Mondberechnung  und  Osterfest ­
  dahin  zusammen,  dass  der  terminus  paschalis  cyclisch  berechnet ­
  werde,  jedoch  so,  dass  dem  neunzehnjährigen  Cyclus
die  mittleren  Neumonde  zu  Grunde  gelegt  werden,  die  einerseits ­
  in  304  Jahren,  andererseits  schon  nach  je  19  Jahren  zu
verbessern  sein  werden.  In  dem  darauf  folgenden  Kalender
erfahren  wir,  was  Pitatus  mit  diesem  etwas  complicirten  Anträge
meint.  Er  greift  wieder  auf  den  Gedanken  der  Mondkalender
zurück,  als  deren  besten  Vertreter  wir  den  Kalender  des  Johannes ­
  de  Gamundia  kennen  gelernt  haben.  Er  behält  von
diesem  bei,  dass  die  Angaben  des  Kalenders  jedesmal  nach
Ablauf  einer  gewissen  Anzahl  von  Cyclen  durch  Subtraction
von  Reductionszahlen  richtig  gestellt  werden;  er  unterscheidet
sich  von  demselben  aber  dadurch,  dass  er  wieder  vom  sechsundsiebzigjährigen ­
  Cyclus  abgeht  und  innerhalb  der  von  ihm
aufgestellten  304jährigen  Perioden  nach  je  19  Jahren  eine
CoiTectur  an  seinen  Kalenderangaben  vornimmt.  Der  Kalender
des  Pitatus  ist  also  folgendermassen  eingerichtet:  für  den  neun-
            
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