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Kaltenbrunner.
des Alterthums als auch die in der Astronomie so bewanderten
Araber dies gethan hätten. Die cyclische Berechnung des
Osterfestes beibehaltend, spricht Pitatus in der zweiten Proposition
zugleich dem Rechnen nach mittleren Bewegungen aus
denselben Gründen das Wort. Die verschiedenen ihm zu Gebote
stehenden Jahresansätze (Ptolomäus, Albategni, Alphons
und Copernicus) glaubt er dadurch am besten für die Reform
zu verwerthen, wenn er aus ihnen das Mittel zieht, und so entscheidet
er sich lieber für Alphons als für Copernicus; in je
134 Jahren sollte also 1 Tag ausgelassen werden; zur grösseren
Bequemlichkeit will er aber von je 4 centenaren Jahren 3 zu
Gemeinjahren erklärt wissen, was bekanntlich die Gregorianische
Reform auch angenommen hat. Um jetzt wieder den Kalender
mit den Plimmelserscheinungen in Einklang zu bringen, schlägt
er vor, 14 Tage aus demselben in der Weise auszulassen, dass
zwei Jahre hindurch die einunddreissigtägigen Monate dreissigtägig
gesetzt werden. Er will also den Kalender wieder auf
den Stand zur Zeit Casars bringen, dabei geniesst er allerdings
den Vortheil, dass in der Reihe der Sonntagsbuchstaben bis
zur ersten Auslassung eines Bissextus nichts geändert wird.
In der dritten und vierten Proposition endlich fasst Pitatus
seine Vorschläge in Bezug auf Mondberechnung und Osterfest
dahin zusammen, dass der terminus paschalis cyclisch berechnet
werde, jedoch so, dass dem neunzehnjährigen Cyclus
die mittleren Neumonde zu Grunde gelegt werden, die einerseits
in 304 Jahren, andererseits schon nach je 19 Jahren zu
verbessern sein werden. In dem darauf folgenden Kalender
erfahren wir, was Pitatus mit diesem etwas complicirten Anträge
meint. Er greift wieder auf den Gedanken der Mondkalender
zurück, als deren besten Vertreter wir den Kalender des Johannes
de Gamundia kennen gelernt haben. Er behält von
diesem bei, dass die Angaben des Kalenders jedesmal nach
Ablauf einer gewissen Anzahl von Cyclen durch Subtraction
von Reductionszahlen richtig gestellt werden; er unterscheidet
sich von demselben aber dadurch, dass er wieder vom sechsundsiebzigjährigen
Cyclus abgeht und innerhalb der von ihm
aufgestellten 304jährigen Perioden nach je 19 Jahren eine
CoiTectur an seinen Kalenderangaben vornimmt. Der Kalender
des Pitatus ist also folgendermassen eingerichtet: für den neun-