Die Vorgeschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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schrieben habe, der sie mit auf das Concil nach Trient nehmen
wollte. Ausführlicher als Lucidus behandelt er die Correctur
des Mondkalenders und spricht sich auf’s Entschiedenste gegen
die astronomische Rechnung aus, vor Allem macht er darauf
aufmerksam, welche Verwirrung daraus entstehen könnte. Aus
demselben Grunde räth er von einer Auslassung von Tagen
ab; er ist der letzte, der dies gethan und schliesst hiemit die
Reihe jener ab, welche aus Oportunitätsgründen oder geleitet
von einer freien Anschauung der Dinge vorgeschlagen hatten,
den Vorgefundenen Stand der Jahrpunkte beizubehalten.
Direct für das Tridentiner Concil bestimmt, war das im
Jahre 1539 abgefasste Werk des Veroneser Mathematikers
Petrus Pitatus, welches derselbe aber erst nach einer Umarbeitung
im Jahre 1564 drucken Hess, und dann dem Pabste
Pius IV. widmete mit der Aufforderung, die lang ersehnte
Reform vorzunehmen. 1
Er theilt dasselbe in vier Propositionen; in der ersten
behandelt er die Frage, ob denn Ostern nicht zu einem unbeweglichen
Feste erklärt werden könnte. Er meint, dass dies
in der Competenz des Concils oder des Pabstes liege; aber
aus ethischen Gründen erklärt er sich dagegen; die Mondberechnung
sei althergebrachter Gebrauch der Kirche, und dass
es nicht unvernünftig sei, bei der Zeitrechnung den Mond
zu Hülfe zu nehmen, beweise, dass sowohl die Culturvölker
1 Coinpendium Petri Pitati Veronensis in Aeademia Philarmgnica Matliesim
profitentis super annua solaris atque lunaris anni quantitate, paschalis item
solemnitatis iuxta veteres ecelesiae eanones recognitione, Romanique
Kalendarii instauratione. Deque vero passionis atque resurrectionis dominicae
die superadditis propositionilius V cum nova Paschae celebritatis
forma post absolutum Tridentini concilium 1563 exinde P. M. Pii IV.
iussu atque ejusdem pontificalis colegii c.onsensu (si modo illi placitum
fuerit) executioni mandanda. Venetiis apud Dominicum Nicolinum 1564.
(Eine zweite Ausgabe Basel 1568). Pitatus hat viel an diesem Werke
herumgearbeitet. Der Theil, in welchem sich der Kalender befindet, ist
vor 1539 abgefasst, da der Cyclus 1520 — 1539 zu Grunde gelegt ist, die
gleich darauf folgende Ostertafel geht von 1539 an und dabei. wird ausdrücklich
dieses Jahr als das der Abfassung angegeben. Dagegen wünscht
er bei seinem Vorschläge betreffs der Correctur des Sonnenjahres, dass
derselbe in den ,künftigen Jahren 1557 und 1558“ ausgeführt werden
möge, während in dem 1560 geschriebenen Widmungsbriefe an Pius IV.
die Jahre 1561 und 1562 dafür bezeichnet werden.