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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

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Kaltenbrunn  er.

Pighius,  das  uns  gleich  unten  zu  beschäftigen  haben  wird.  Es
lautet:  ,Quoniam  cyclus  magnam  diflicultatem  habet  et  varietatem
  in  servanda  perpetuitato  sua,  et  eius  conservatio  post
sufficientem  eius  reparationem  foret  singulis  304  annis  unicum
diem  ommittere,  quae  conservatio  non  staret  cum  praedicta
aequinoctii  conservatione,  propter  quam  singulis  134  annis  dies
unus  omitti  debet,  consultius  videretur,  ad  paschalem  lunam
indagandam  tabulis  dumtaxat  astronomicis  uti,  in  quibus  ad
mille  annos  computetur  et  describatur  luna  paschalis  et  in
principio  Kalendarii  ponatur.  Sed  ne  ecclesia,  quae  tanto
tempore  aureo  numero  usa  est,  videatur  eo  privari,  reparetur
nunc  cyclus  ad  annos  304  aut  saltem  ad  annos  134,  quod  factu
facile  est,  et  Kalendario  correctus  de  more  inscribatur,  duplici
tarnen  hac  protestatione  praemissa:  altera  ut  post  lapsum  dictorum
  annorum  iterum  corrigatur  ab  ecclesia  per  sapientes,
altera  vero,  ut  interim,  quandocumque  in  cyclo  et  tabulis  praedictis
  in  luna  paschali  discordia  intercesserit,  praecisiori  tabularum
  suputationi  ab  Omnibus  stari  debeatb  Wir  erfahren  also
daraus  nicht,  wie  man  die  Correctur  des  Sonnenjahres  vornehmen ­
  wollte;  dagegen  ist  aus  der  Stelle  ersichtlich,  dass
man  dem  Alphonsinischen  Jahresansatze  folgend,  eine  Correctur
desselben  nach  je  134  Jahren  eintreten  lassen  wollte.  Diesem
Ansätze  aber  folgte  man  nur  nothgedrungen  in  Ermanglung
eines  besseren;  man  hatte  sehr  wenig  Vertrauen  auf  seine
Richtigkeit,  denn  Copernicus  erzählt  uns  in  der  Präfatio  zu
seinem  Werke:  de  revolutionibus  oi’bium  coelestium,  dass  ihm
Paulus  von  Middelburg  den  Auftrag  gegeben  habe,  die  Dauer
des  tropischen  Jahres  genauer  zu  bestimmen,  und  dass  man
am  Lateranensischen  Concil  von  einer  Kalenderreform  abgestanden ­
  sei,  weil  man  noch  zu  wenig  sichere  Masse  für  den
Umlauf  der  Sonne  und  des  Mondes  hatte.  Genügenden  Aufschluss ­
  erhalten  wir  über  die  Gesichtspunkte,  die  man  gegenüber ­
  der  Correctur  des  Mondcyclus  einnahm.  Die  Forderungen
der  deutschen  Mathematiker  nach  astronomischer  Bestimmung'
der  Ostervollmonde  waren  nicht  ohne  Erfolg  geblieben;  dagegen ­
  waren  sie  damit  nicht  durchgedrungen,  dass  der  neunzehnjährige ­
  Cyclus  ganz  aus  dem  Kalender  entfernt  werde.  In
dieser  Beziehung  besteht  übrigens  in  ihren  Vorschlägen  eine
Lücke,  in  dem  sie  auf  die  Bestimmung  des  Mondalters  über-
            
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