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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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Märzvollmond  schon  nach  dem  Aequinoctium  fällt,  also  für
ihn  die  Oste'rgrenzc  abgibt.  1
In  der  40.  Propositio  endlich  behandelt  Stöffler  —  ähnlich ­
  wie  Stiborius  und  Tannstetter  —  die  Frage  der  Meridianverschiedenheit ­
  und  schlägt  ebenfalls  vor,  den  Meridian  von
Rom  als  massgebend  für  die  Osterfeier  zu  betrachten.  Bei
diesem  geographischen  Excurs  folgt  er,  nach  Osten  gehend,
hauptsächlich  dem  Ptolomäus;  im  Westen  kennt  er  dessen
sechs  glückselige  Inseln,  und  berührt  nur  nebenbei  die  in
seiner  Zeit  ,von  den  Königen  von  Castilien  und  Portugal  entdeckten ­
  Inseln  im  westlichen  Meereh
Der  Kalender  Stöffler’s  weicht  in  Nichts  von  der  besprochenen ­
  Form  der  astronomischen  Kalender  ab,  zu  der
Regiomontanus  das  Vorbild  geschaffen  hatte.  Interessant  ist  die
ihm  vorausgestellte  Tabula  regionum  (Abacus  regionum).
3.  Ohne  Zweifel  wurden  auch  von  anderer  Seite  an  das
Lateranensische  Concil  Vorschläge  oder  Gutachten  eingeschickt,
da  ja  die  Aufforderung  Leo  X.  an  alle  Universitäten  gerichtet
war:  ausser  den  drei  besprochenen  Tractaten  sind  mir  aber
keine  weiteren  —  auch  nicht  dem  Namen  nach  —  bekannt
geworden.  Auch  über  das  Schicksal  der  Kalenderfrage  auf  dem
Concil  schwebt  einiges  Dunkel.  Gewiss  ist,  dass  sie  einer
Commission  zugewiesen  wurde,  und  dass  diese  zu  keinem  bestimmten ­
  Resultate  kam,  sondern  nur  dreizehn  Propositionen
ausarbeitete,  die  als  Basis  für  'das  weitere  Vorgehen  dienen
sollten. 2  Dieselben  wurden  neuerdings  von  Leo  X.  an  die
Akademien  zur  Begutachtung  übersandt.  Ein  Bruchstück  aus
dem  Schreiben  Leo’s  ist  uns  erhalten  in  dem  Werke  des  Albertus

1571.  lit.  dom.  G.

Stöffler.
Aequinoctium  vern.  10.  Mz.  11  St.  30  M.
Oppositio  paschalis  10.  Mz.  15  St.  26  M.
=  bürgerlich  11.  Mz.  3  St.  26  M.
lit.  fer.  G.
Pascha  13.  März.

Paulus  von  Middelburg.
Aequinoct.  vern.  10.  Mz.  12  St.  20M.  36  S.
Oppositio  9.Mz.21  St.  49  M.  57  S.
nächste  Oppositio.  8.  April  10  St.  34  M.
lit.  fer.  G.
Pascha  15.  April.

2  Wir  verdanken  diese  Nachricht  dem  Mönche  Lucidus,  der  im  Jahre  1525
über  die  Kalenderreform  einen  Tractat  schrieb.  (Johannis  Lucidi  opera.
Venedig  1546.  fol.  194“)  ,et  adlmc  extant  propositiones  13  de  eadem
correctione  collectae  ex  multis  discreptationibus,  habitis  per  dominos  ad
hoc  deputatos  in  praedieto  (Laterauense)  coucilio 1 .
Sitzungsher.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXXII.  Bd.  III.  Hft.  26
            
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