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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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Achtungen  des  neunzehnjährigen  Dionysisch-Bedaischen  Cyclus
überhaupt.  Ihm  schwebt  stets  der  Alexandrinische  Cyclus  mit
der  Epoche  am  1.  Thot  (28.  August)  und  den  angeblichen
Sitzen  der  Embolismen  am  Ende  des  österlichen  Jahres  vor.  1
Da  der  Cyclus  von  den  Alexandrinern  übernommen  sei,  so
dürfe  man  nach  Paulus  nichts  weiter  an  demselben  ändern,
als  dass  man  die  Epoche  vom  28.  August  auf  den  folgenden
ersten  Jänner  verrücke.  Und  noch  Dionysius  habe  dies
beobachtet,  indem  er  die  Embolismen  zwischen  den  ersten  und
10.  Tag  des  Monats  Pharmuti,  d.  i.  zwischen  den  26.  März
und  5.  April,  setzte. 2  Paulus  gibt  uns  nun  die  Anfangs-  und
Endpunkte  der  embolistischen  Monate  nach  dem  angeblichen
Dionysischen  Ansätze  und  stellt  denen  gegenüber  die  Sedes
embolismorum,  wie  sie  Petrus  de  Rivo  in  unbegreiflicher  Unwissenheit ­
  über  das  ganze  Jahr  zerstreut  habe.  Sie  sind
folgende:  1.  num.  aur.  III.  1.  Jänner.  2.  num.  aur.  VI.  2.  September. ­
  3.  num.  aur.  VIII.  6.  März.  4.  num.  aur.  XI.  3.  Jänner.
5.  num.  aur.  XIV.  2.  November.  6.  num.  aur.  XVII.  1.  September. ­
  7.  num.  aur.  XIX.  5.  März.  3
Petrus  de  Rivo  gibt  nun  in  seinem  Kalendarium  Aegyptiarum
  secundum  Bedam  allerdings  die  Reihe  der  embolistischen
Jahre  so,  wie  sie  hier  Paulus  anführt.  Aber  er  verzeichnet
nicht  die  Sedes  embolismorum  und  Paulus  hat  sie  nur  aus
seinem  Kalender  construirt.  Da  ergibt  sich  nun  Folgendes:
der  3.  und  7.  Embolismus  ist  gleich  dem  angeblichen  Alexandrinischeii
  Ansatz,  kommt  daher  nicht  in  Betracht.  Von
den  übrigen  stimmt  der  zweite  und  fünfte  mit  dem  im  ganzen
Mittelalter  gebräuchlichen  Ansatz  überein.  Die  drei  übrigen
Sedes  embolismorum  dagegen  sind  allerdings  abweichend,  jedoch
nur  in  so  fern,  als  Paulus  den  Petrus  de  Rivo  den  embolistischen
Monat  um  1  Monat  später  ansetzen  lässt  als  Beda,  so  z.  B.

1  Vergl.  darüber  Sickel  a.  a.  O.  pag.  175.
2  Schon  Petavius:  De  doctrina  temporum  I.  pag'.  299.  hat  dies  zurückgewiesen. ­

3  Diese  Cyclenzalilen  sind  gerechnet  nach  den  nicht  accommodirten  österlichen ­
  Jahren.  Correct  müsste  also  geschrieben  werden:  annus  cycli
decemnovenalis  VI  oder  num.  aur.  V.;  a.  c.  d.  XIV  oder  n.  a.  XIII.;
a.  c.  d.  XVII  oder  n.  a.  XVI.  Im  1  3.  4.  7.  Embolismus  ergibt  sich
kein  Unterschied  der  Zählungen.
Sitzungsber.  d.  pUiU-hist.  CI.  LXXXI1.  Bd.  III.  Hft.  25
            
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