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Kaltenbrunnef.
III nämlich, wo Piere d’Ailly den terminus auf den 10. April
setzte, müsse er jetzt auf den 10. März gesetzt werden. 1
Im dritten Capitel wendet sich Paulus gegen mehrere
Fehler des Kalenders, die nicht von Anbeginn, selbst nicht in
ihren Keimen, in demselben gewesen seien, sondern die erst
neuere Computisten, vor Allem Petrus de Rivo, dessen Buch
überdies noch durch den Druck verbreitet worden sei, in den
Kalender hineingetragen hätten. 2
Alle diese Fragen betreffen den Mondkalender. Paulus
geht von der irrigen Voraussetzung aus, dass schon die Römer zur
Zeit Julius Cäsars einen neunzehnjährigen Mondcyclus gehabt
haben; ja er gibt uns ihren immerwährenden Kalender mit
eingeschriebenen numeri aurei. Paulus eifert bei der folgenden
Besprechung nicht gegen Neuerungen, sondern gegen die Ein-1
10. April. Anticipatio der Neumonde: 9. April. Rechnet man um einen
vollen Mondmonat zurück, gelangt man zum 10. März. Für Pifere d’Ailly
wäre auch der 11. März zum terminus nicht tauglich gewesen, da er erst
zum 12. das Aequinoctium setzte.
2 Petrus de Rivo geboren 1442 zu Alost in Flandern. Professor der
Rhetorik zu Löwen, gestorben 1499. Paulus stand schon seit langer Zeit
mit ihm in litterariseher Fehde. Paulus hatte nämlich an die Universität
Löwen die Epistola apologetica ad doctores Louauenses de anno die et
feria dominicae passionis gerichtet, welche 1484 und um 1488 von Ludwig
Ravescot in Löwen gedruckt wurde. (Campbell 1362 und 1364.)
Darauf gab Petrus de Rivo bei demselben Drucker die Responsio ad
epistolam apologeticam heraus. (Campbell 1405.) Paulus schwieg darauf
nicht und schickte dem Petrus zwischen 1488 und 14()2 zwei Briefe, die
in nicht sehr feinem Tone gehalten sind. (Paulina. II. Lib. VI.) Dies
veranlasste Petrus in seinem dritten Traetate — sein ersteres Werk ist
in zwei Traetate getheilt — Tractatus tercius operis, in quo solventur
obiectiones et dubia, quae michi depost preposite sunt circa ea, que in
duobus tractatibus precedentibus continentur 1492 bei Johannes de Westfalia.
(Campbell 1406) auch seinerseits aus dem freundschaftlichen Tone,
den er bisher gegen Paulus angeschlagen hatte, herauszutreten. Es
fragt sich nun, welches dieser zwei Werke des Petrus von Rivo unter
dem von Paulus an dieser Stelle bekämpften Buche gemeint sei. Während
das zweite sich ausschliesslich mit der in Frage stehenden Passio Christi
beschäftigt, bringt das erste auch das ,Kalendarium Aegyptiorum secundum
Bedara, cui annotatum est Kalendarium Romanum 1 . Nach Panzei
(I. 517. 52) hätte Petrus dieses selbstständig herausgegeben und ausserdem
noch ein Kalendarium abgefasst. (Panzer. 524. 115.) Campbell abei
erklärt beide Drucke nur für Ausgaben des ersten Werkes. Somit kann
Paulus nur dieses erste Werk des Petrus de Rivo im Auge haben.