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Kaltenbrunn er.
Dieses Werk geht nun weiter über den Rahmen der hier
zu besprechenden Frage hinaus; denn es behandelt die ganze
Geschichte des Osterfestes von der angeblichen Einsetzung
desselben durch Christus bis zum gegenwärtigen Stand des
Kalenders. Von den 14 Büchern der Paulina werden uns nur
das 7. (über die Fehler des Kalenders), das 8. (über einen
neuen von Paulus erfundenen Mondcyclus), das 9. (über die
Verbesserung des Kalenders) und das 13. (über die Berechtigung
derselben) zu beschäftigen haben.
Nachdem Paulus die Hauptfehler des Kalenders angeführt
hat, geht er im Capitel II des 7. Buches in die Kritik einiger
seiner Vorgänger ein, zunächst in die des Nicolaus Cusanus.
Derselbe habe vorgeschlagen 10 Tage aus dem Kalender auszulassen,
um die Jahrpunkte wieder auf den Stand des Nicänischen
Concils zu bringen. Dies sei nun ganz überflüssig,
denn der 21. März habe mit dem Osterfeste keinen weiteren
Zusammenhang als den, dass gerade zur Zeit des Nicänisclien
Concils Aequinoctium vernum auf ihn fiel; da es jetzt nicht
mehr an demselben eintrete, so falle dieser Zusammenhang
von selber weg. Denn offenbar hänge doch das Osterfest vom
Aequinoctium ab und nicht das Aequinoctium vom Osterfest. Da
jetzt ersteres auf den 10. März falle, so müsse doch von diesem
Tage Ostern abhängig gemacht werden. Zudem würde durch
diese Auslassung von 10 Tagen grosse Verwirrung in die Zeitrechnung
gebracht und dem Volke Aergerniss gegeben werden. 1
Nicht besser kommt ein Zeitgenosse des Paulus weg, von dem
ihm währönd der Ausarbeitung der Paulina ein Tractat über
die Kalenderverbesserung zugekommen war. Es ist der Cardinal
von Sinegaglia — Marcus Vigerius — dessen Namen Paulus
lieber verschweigen wollte, da sein Vorschlag ganz unbrauchbar
sei. Es sollten nämlich nach des Vigerius Ansicht 14 Tage
ausgelassen werden, um die Jahrpunkte wieder auf die VIII
Kalenden zu bringen, wohin sie Plinius setzt und worauf
sie nach dem Evangelium Johannis zur Zeit Christi gefallen
sind. Nur müsse man — wirft Paulus ein — in derlei Dingen
doch mehr dem Ptolomäus als dem Plinius glauben, und nach
1 Zur Richtigstellung dieses Berichtes über den Cusanischen Vorschlag
vergl. pag. 347.