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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 82. Band, (Jahrgang 1876)

Die  Vorgeschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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Davon  hat  es  dann  Tannstetter  1  abgedruckt  unter  dem  Titel:
,Index'  operum  Joannis  de  Monte  regio,  quem,  dum  in  humanis
erat,  imprimi  curavit,  nunc  secundario  appresus 4  und  Gassendi
wiederholt. 2  Regiomontan  theilt  das  Verzeichniss  in  Ausgaben
fremder  Autoren  und  in  eigene  Werke.  Der  erste  Theil  enthält ­
  eine  stattliche  Reihe  von  Schriftstellern  des  Alterthums
und  des  Mittelalters  3  der  zweite  führt  den  Titel:  ,Opificis  tentata,
  quae  essent  prodenda  an  non,  pudor  ingenuus  et  respublica
  literaria  diu  inter  se  discreptavere.  Ratio  audendum
censuith  Darunter  sind  das  Kalendarium  und  die  Ephemeriden
bereits  als  vollendet  bezeichnet,  1  in  der  weiteren  Reihe  findet
sich  dann:  de  instauratione  Kalendarii  ecclesiae.
Welche  von  diesen  Werken  von  Regiomontan  ausgeführt
wurden,  lässt  sich  nicht  bestimmen;  dies  dürfte  erst  eine  Untersuchung ­
  seines  Nachlasses  zeigen,  der  in  Walther’s  Besitz  überging ­
  und  nach  dessen  Tode  durch  die  Vermittlung  Willibald
Pirkheimer’s  vom  Nürnberger  Magistrate  angekauft  wurde.
Dass  das  Werk  de  instauratione  Kalendarii  wirklich  abgefasst
wurde,  veranlasst  mich  der  Umstand  anzunehmen,  dass  Stiborius
  und  Tannstetter  in  ihren  Propositionen  über  die  Kalenderreform ­
  sich  ausdrücklich  darauf  berufen,  dass  Regiomontan  den
Juden  nachgewiesen  habe,  dass  auch  sie  im  Jahre  1503  Ostern
falsch  feiern  w'erden,  wovon  im  Kalender  und  in  den  Ephemeriden ­
  nichts  enthalten  ist.
Die  Ausgaben  des  Kalenders.
Es  sind  dreierlei  Arten  zu  unterscheiden:
1.  Magister  Johann  von  Kunsperk’s  teutscher  Kalender. ­
  Holztafeldruck,  beschrieben  von  Falkenstein  (pag.  55),
der  ihn  zu  den  grössten  Seltenheiten  rechnet.  Er  kennt  nur
Exemplare  zu  Dresden  und  München;  aber  auch  die  Wiener
Hofbibliothek  besitzt  ein  Exemplar,  freilich  verstümmelt,  denn
vom  Kalender  selbst  sind  nur  der  Jänner  und  eine  Seite  des
1  Im  Verzeichniss  der  Wiener  Mathematiker.
2  A.  a.  0.  pag-.  469  u.  ff.
3  Vergl.  über  diesen  grossartigen  Plan  des  Eegiomoutan,  eine  Sammlung
der  Astronomen  des  Alterthums  und  des  Mittelalters  herauszugeben,  Aschbach ­
  pag.  551.
4  Haec  duo  opera  jam  absoluta  sunt.
            
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